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Über den Bäumen von Cannes schwirrt demnächst eine Drohne

CÔTE D'AZUR

Die neueste Waffe im Präventivarsenal der Feuerbekämpfung in Cannes kann fliegen: Eine mit hochmodernen Kamerasystemen ausgestattet Drohne dient der Police Municipal ab sofort zur Überwachung der Waldgebiete und damit der Prävention von Bränden. Bürgermeister David Lisnard war beim Jungfernflug im Stadtwald Croix des Gardes dabei. Auch die RivieraZeit war vor Ort.

Bürgermeister David Lisnard Dankte den Feuerwehrmäannern und -frauen von Cannes vergangenen Freitag für ihren Einsatz.Großes Aufgebot mitten im 80 Hektar großen Stadtwald von Cannes „Croix des Gardes“. Zwei Dutzend Feuerwehrmänner und -frauen, fünf Löschfahrzeuge, ein Polizei-Mannschaftswagen, zwei Polizisten zu Pferd und natürlich die Presse standen vergangenen Freitagnachmittag bereit, um an der Präsentation der neuen Drohne der Police Municipal durch Bürgermeister David Lisnard teilzunehmen.

In seiner Rede erinnerte der Bürgermeister daran, welch großes Glück und zugleich welches Risiko eine derartige Grünanlage mitten in Cannes für die Stadt darstelle. Er erinnere sich persönlich an den großen Brand, der 1986 vor den Pforten von Cannes wütete und die Stadt zwei Tage lang in eine schwarze Rauchwolke hüllte, so Lisnard. Cannes ist durch seine Lage und sein Klima gezwungen, ganz besondere Vorkehrungen in Sachen Feuerbekämpfung zu treffen. Dies zeigt sich auch in dem hierfür veranschlagten Budget – das höchste pro Kopf im gesamten Departement und 50-mal höher als das Budget der Gemeinde, die am wenigsten in die Feuerwehr investiert.

Die am Freitag vorgestellte Drohne stellt daher nur einen weiteren Schritt dieser Strategie dar. Das neue Gerät soll der Police Municipale in enger Zusammenarbeit mit den Feuerwehrkräften dazu dienen, Aufklärungsarbeit in Waldgebieten zu leisten und so beginnende Brände frühzeitig zu erkennen. Aber auch im Falle eines bereits wütenden Feuers könne es eingesetzt werden, um dessen Dimensionen genau zu erfassen und so der Feuerwehr wertvolle Informationen weiterzuleiten.

Die Drohne hat eine Reichweite von sieben Kilometern und kann bei Windstärken von bis zu 40 km/h auf eine Maximalhöhe von 150 Metern steigen. Zur Führung des Flugobjekts wurden von der Stadt eigens zwei Polizeibeamtinnen ausgebildet, die nun im Park eine Kostprobe für die Presse darboten.

Ein Polizeibeamter zeigte, bei der Vorführung der neuen Drohne, wie diese auf bestimmte Ziele festgesetzt werden kann und diesen folgen kann.Die Drohne kann auch der Überwachung von Personen dienen und – wie im Bild dargestellt – auf einzelne Ziele festgesetzt werden. Diese Funktion soll im Falle von großen Menschenansammlungen wie etwa bei den Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag am 14. Juli zum Einsatz kommen. Ihr Hauptverwendungszweck bleibe jedoch, so der Bürgermeister, die Feuerbekämpfung. Ein großer Teil der Waldbrände seien leider kriminellen Ursprungs, so auch das Feuer im Jahr 1986, dessen Verursacher nie identifiziert werden konnte.

Julian Mench