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Kunstsammler Frieder Burda mit 83 Jahren gestorben

KULTUR

Der in Südfrankreich und Baden-Baden lebende Kunstmäzen Frieder Burda ist tot. Er starb am Sonntag mit 83 Jahren in der deutschen Kurstadt im Kreis seiner Familie. Zur Todesursache wurden keine Angaben gemacht. Vor über 40 Jahren hatte Burda den Grundstein zu seiner bedeutenden Sammlung gelegt, mit einem 3.500 Mark teuren Bild von Lucio Fontana. 2004 hatte er in Baden-Baden das nach ihm benannte Kunstmuseum eröffnet, das eigentlich in Mougins hatte entstehen sollen.

Porträt Frieder Burdas von Sigmar Polke, 1996. © The Estate of Sigmar Polke / VG Bild-Kunst, BonnBurdas Sammlung umfasst weit über tausend hochwertige Kunstwerke, darunter Arbeiten von Max Beckmann, Ernst-Ludwig Kirchner, August Macke, Pablo Picasso, Gerhard Richter, Sigmar Polke und Arnulf Rainer, von Rothko, Still und de Kooning.

 Sein letztes großes Stelldichein im Midi hatte Burda im Musée Granet in Aix-en-Provence gegeben. Im Gespräch mit der Riviera Zeit hatte er damals unter anderem erläutert, warum sein Museums-Projekt in Mougins vor Jahren abgeschmettert worden war. "Mein Weggang aus der Provence hatte nicht allein mit der in der Tat sehr enttäuschenden Absage des dortigen Bürgermeisters für mein Museum zu tun. Mir war es auch einfach etwas zu laut und zu unruhig geworden an der Côte d’Azur." Als der Bürgermeister dann schließlich im Ruhestand war, habe er ihm gebeichtet, dass er in Wirklichkeit nur Rücksicht genommen hätte "auf die Reichen und Wichtigen, die in seinem Dorf wohnten und sich durch ein Kunstmuseum sicher gestört gefühlt hätten".

In Baden-Baden sei er dann "sehr glücklich" mit seinem kleinen, selbst finanzierten Museum geworden. Rund 20 Prozent der vielen Millionen Besucher kommen aus Frankreich. "Ich möchte natürlich, dass viele Menschen meine Bilder sehen können, und freue mich sehr über die große Anzahl an französischen Besuchern." Nicht alle aber könnten nach Baden-Baden kommen. "Daher ist es wichtig, dass die Arbeiten auch ausgeliehen werden“.

"Ich bin sehr frankophil und verbringe meine freie Zeit fast ausschließlich in Frankreich", berichtete uns Burda. Und er könne sich gut vorstellen, dort bald wieder einmal Bilder zu zeigen. "Frankreich begleitet mich in vielfacher Weise in meinem Alltag. Es ist mir eine Ehre, dass ich als erster Deutscher Mitglied in der Ankaufkommission des Centre Pompidou in Paris bin und dieses wichtige Kulturinstitut beraten darf", mit dem er eine Kooperationsvereinbarung getroffen hatte. Internationale Beziehungen würden immer wichtiger, "und ich freue mich, dass die Freundschaften letztlich zu dieser vertrauensvollen Zusammenarbeit geführt haben".

Burda war Sohn des Verlegerehepaars Franz und Aenne Burda. Als junger Mann hatte er zunächst eine Drucker- und Verlagslehre absolviert und später eine Ausbildung zum Kaufmann im elterlichen Konzern.

Rolf Liffers