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Medikamentenknappheit auch im Var und in den Alpes-Maritimes

WISSENSWERT

Jeden Tag aufs Neue haben Apotheker (nicht nur) in den Departements Var und Alpes-Maritimes Probleme, ihre Patienten mit den notwendigen Medikamenten zu versorgen. Cortison, Antibiotika, Antihypertonika, Diuretika und sogar Abführmittel – hunderte von Medikamenten fehlen regelmäßig in den Regalen. Die Pharmazeuten verlangen Reformen.

Bei mehr als 500 Arzneimitteln herrscht regelmäßig Mangel im Hexagon. Eigentlich kaum zu glauben, dass es in einem hoch entwickelten Land wie Frankreich immer noch geschehen kann, dass Menschen keinen Zugriff auf die von ihnen benötigten Medikamente erhalten. Bei mehr als 500 Arzneimitteln herrscht regelmäßig Mangel im Hexagon. Nicht nur Apotheken sind betroffen, sogar in Krankenhäusern kommt es wiederholt zu Engpässen. Ärzte und Apotheker haben bereits vor über einem Jahr auf die kritische Situation hingewiesen.

Schuld an den immer wieder auftretenden Engpässen soll die Globalisierung sein. Aus Kostengründen wird die Medikamenten-Produktion in Billiglohnländer wie China, Indien oder Pakistan ausgelagert. Dann wird Frankreich trotzdem regelmäßig die Preisfrage zum Verhängnis: Die genannten Länder verkaufen zuerst an den Höchstbietenden. Die französischen Labore wiederum beschränken sich auf das Abfüllen und Verpacken der Medikamente: Ohne Rohstoffe sind sie nicht in der Lage zu liefern.

Vergangenen Juli hat die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn einen Aktionsplan angekündigt, um gegen den chronischen Mangel an Medikamenten vorzugehen. Der Plan soll auf vier Hauptachsen basieren: Zum einen auf der Verbesserung des Informationsaustausches zwischen Apothekern und Zulieferern im Falle von Engpässen. Es sollen präventive Aktionen auf allen Ebenen der Produktionskette getroffen werden, um zukünftige Ausfälle zu verhindern. Die nationale und europäische Koordination soll verbessert und eine nationale «Task Force» eingerichtet werden, um die Aktionen der verschiedenen Ministerien zu koordinieren. Die Maßnahmen sollen ab September umgesetzt werden.

JM