Haupt-Reiter

Nach Rücktritt: Müller-Wohlfahrt hofft auf Mußestunden in Mougins

MENSCHEN

Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt ("Mull"), der seit Jahren mit seiner Frau Karin in Mougins wohnt, ist von seiner Funktion als Arzt der deutschen Fußballnationalmannschaft zurückgetreten. 

"Ich hatte 23 fantastische Jahre im Kreise des DFB mit großartigen Erfolgen und eindrucksvollen Erlebnissen. Es haben sich in dieser Zeit wunderbare Freundschaften entwickelt, die Atmosphäre war immer geprägt durch großes Vertrauen. Ich werde der Nationalmannschaft und dem DFB auch in Zukunft immer eng verbunden bleiben und wünsche allen viel Erfolg beim Neuanfang (nach der Pleite nach der Weltmeisterschaft in Russland). Wenn mein Rat gewünscht wird, stehe ich natürlich jederzeit gerne zur Verfügung", sagte Müller-Wohlfahrt.

"Ich fand es sehr bedauerlich, als Mull mir persönlich mitgeteilt hat, dass er nicht mehr für die Nationalmannschaft zur Verfügung stehen werde. Er ist eine absolute Institution im medizinischen Bereich, an seinem Wort, an seiner Einschätzung hatte ich als Trainer niemals Zweifel", sagte Joachim Löw in einer DFB-Mitteilung. "Jetzt aber, sagte er mir, sei es an der Zeit, Platz für jüngere Kollegen zu machen", so Löw.

Größter Erfolg in der Zusammenarbeit mit Bundestrainer Löw und Teammanager Bierhoff war der Gewinn des Weltmeistertitels 2014 in Brasilien. Bei seinem ersten Turnier als DFB-Arzt war Müller-Wohlfahrt 1996 zudem am EM-Titelgewinn in England unter dem damaligen Bundestrainer Berti Vogts beteiligt.

Seine Tätigkeit beim FC Bayern werde Müller-Wohlfahrt hingegen fortsetzen. Beim deutschen Rekordmeister, für den er mit kurzen Unterbrechungen seit etwas mehr als 40 Jahren tätig ist, fungiert der Orthopäde auch in der kommenden Saison als Leiter des Ärzteteams.

Seine Frau, die Rheinländerin Karin Müller-Wohlfahrt, geht als Malerin und Bildhauerin ganz in ihrer Kunst auf. "In unserem Haus in Mougins kann ich völlig ungestört arbeiten.“ Sie hofft, dass ihr Mann ihr noch häufiger als bisher bei der kreativen Arbeit zuschaut, wenn er demnächst etwas kürzer tritt.

R. Liffers