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Nizza: Hommage an die Opfer des Terroranschlags

WISSENSWERTES

Am letzten Freitag, 14. Juli, jährte sich der Terroranschlag in Nizza. An der Gedenkfeier nahm auch der französische Staatspräsident Emmanuel Macron teil. Die Zeremonie forderte viel Kraft sowohl von den Familien der Opfer als auch von den Teilnehmenden. Der Sänger Calogero brach während seines Auftritts in Tränen aus und musste sein Lied vorzeitig beenden.

Weisse Rosen säumten den Abschnitt der Promenade des Anglais, an dem der Anschlag begangen wurde. Photo:©RivieraPress Am Freitagmorgen, 14. Juli, war es ungewöhnlich still in Nizza – und das, obwohl sich so viele Menschen über den Tag verteilt auf der Promenade des Anglais versammelten wie schon seit einem Jahr nicht mehr. Die Innenstadt wurde großräumig abgesperrt und alle Taschen kontrolliert, um die Sicherheit des groß organisierten Gedenktags an die Anschlagsopfer in Nizza zu garantieren. Schon morgens säumten weiße Rosen den Abschnitt der Promenade, an dem vor einem Jahr 86 Menschen von einem Lastwagen getötet und rund 450 verletzt wurden. Am Abend saßen sogar vereinzelt Menschen mit Kerzen auf der Straße, wohl an den Orten, an denen sie Freunde oder Familienangehörige verloren hatten.

An der offiziellen Gedenkfeier am Nachmittag auf dem Place Masséna nahmen auch Staatspräsident Emmanuel Macron, die ehemaligen Präsidenten François Hollande und Nicolas Sarkozy, Fürst Albert II. von Monaco und Bono, Sänger der Band U2, teil. Im Zuge der Zeremonie wurden die Namen und das Alter aller Opfer verlesen, darunter auch drei Deutsche: zwei Schülerinnen und ihre Lehrerin aus Berlin. Die emotionale Feier forderte von den Familien der Opfer sowie von den Teilnehmenden viel Kraft. Unter Tränen las die Studentin Pauline Murris, deren Cousine durch den Anschlag starb, den Text „Die Sterne als Zeugen“ vor, den ein Freund der Familie geschrieben hatte. Auch der Sänger Calogero konnte seine Tränen nicht zurückhalten und musste sein Lied, begleitet vom Philharmonie-Orchester und dem Chor der Oper Nizzas, abbrechen. Er interpretierte sein Stück les feux d’artifice, Feuerwerke, aus seinem Album „Ein Tag am falschen Ort“. Dieses erschien bereits 2012 und stand ursprünglich nicht im Zusammenhang mit dem Anschlag in Nizza. Die Familien der Opfer hatten sich jedoch den Auftritt des Sängers gewünscht.

Die Nachricht auf der Promenade des Anglais: Liberté, Egalité, Fraternité. Photo: ©Métropole Nice Côte d'Azur

Am Ende der Gedenkfeier ließen die Familien 86 leuchtende Ballons steigen. An der Promenade des Anglais wurden ebenso viele Leuchtstrahler in Richtung Himmel entzündet. Dort konnten auch in einem nochmals abgesicherten Teilbereich Platten in den Nationalfarben Frankreichs abgelegt werden, die am Ende des Tages das Motto der französischen Revolution, „Liberté, Egalité, Fraternité“, formten. Die Botschaft wurde von den Familien der Opfer gewählt: Frankreich hält zusammen.

 

 

 

 

 

Präsident Emmanuel Macron und Bürgermeister Christian Estrosi bei der Gedenkfeier. Im Hintergrund Macrons Frau Brigitte und Fürst Albert II von Monaco. Photo: ©Ville de Nice

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ballons wurden symbolisch für die 86 Todesopfer des Anschlags steigen lassen. Photo:©Ville de Nice

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Elena Stahlmann