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Rauchfrei andocken: 30 Millionen Euro für saubere Häfen

CÔTE D’AZUR & PROVENCE

Die Häfen von Nizza, Toulon und Marseille sollen umweltfreundlicher werden. Renaud Muselier, Präsident der Region Provence-Alpes-Côtes d’Azur (PACA), kündigte gestern im Rahmen des Programms „escales zéro fumée“ („Anlegen ohne Qualm“) Investitionen in Höhe von 30 Millionen Euro an. Die geplanten Maßnahmen sollen den Schadstoffausstoß der Fähren und Kreuzfahrtschiffe in den Häfen senken.

Kreuzfahrtschiff im Hafen SchadstoffeGroße Passagierschiffe stoßen beim Rangieren in Hafennähe, aber auch während der Liegezeit am Dock große Mengen an Schwefel, Stickoxiden und Feinstaub aus. Der Regionalrat möchte die Emissionen reduzieren, indem Schiffe im Hafen an das Stromnetz angeschlossen werden, anstatt die eigenen Motoren weiterlaufen zu lassen. Die Finanzmittel, die teilweise auch aus europäischen Fördertöpfen kommen sollen, will er für die Elektrifizierung der Kais und die Aufrüstung der Kreuzfahrtschiffe mit entsprechenden Anschlüssen, Partikelfiltern und mit Erdgas betriebenen Motoren nutzen. Allerdings wird es noch etwas dauern, bis die Maßnahmen greifen: 2025 soll der Plan umgesetzt sein.

Muselier möchte so die Gesundheit der Anwohnerinnen und Anwohner schützen: „Die Vereinbarkeit der wichtigen wirtschaftlichen Bedeutung der drei großen Häfen mit der Gesundheit der Einwohner hat absolute Priorität! Im Rahmen des regionalen Klimaplans ‚Une Coup d’avance‘ (‚Einen Schritt voraus‘) setzen wir alle Mittel für eine gute Luftqualität in den Hafenstädten ein.“ Aktuell leide jeder zweite Einwohner unter zu hohen Stickstoffdioxidwerten, sagte er nice-matin. „Das ist eine ernste Situation und erfordert eine radikale politische Antwort.“

Der Hafen von Cannes spielt im Programm „escales zéro fumée“ keine Rolle. David Lisnard, Bürgermeister der Stadt, setzt sich aber auch selbst für einen umweltfreundlicheren Hafen ein. In den Hafen von Cannes sollen bald nur noch Schiffe einlaufen dürfen, die Kraftstoffe mit einem Stickstoffanteil von maximal 0,1 Prozent verwenden. Daher begrüßt er auch die Initiative: „Ich freue mich, dass ich in meinem Kampf gegen die Verschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe und für den Schutz der biologischen Vielfalt im Mittelmeer unterstützt werde.“

SMH