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Recht in Frankreich: «Airbnb» - was muss versteuert werden?

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Anwältin Michaela Schreyer mit Kanzlei an der Côte d’Azur schreibt regelmäßig exklusiv für die RivieraZeit über Wissenswertes und Neues aus der Welt des Rechts – mit besonderem Blick auf die Unterschiede zwischen der französischen und der deutschen Rechtsprechung. Diesmal: „Airbnb“ und Steuern. Was muss versteuert werden, wie viel Steuern fallen an, was riskiere ich, wenn ich nicht deklariere?

Die möblierte Vermietung von Ferienhäusern und Ferienwohnungen mit «Airbnb» ist weit verbreitet, aber oft werden diese Einnahmen in Frankreich nicht steuerlich gemeldet – entweder aus Unwissenheit oder auch, weil die Beträge als zu gering erachtet werden. Bisher hat Airbnb die Mieten nicht systematisch an die Steuerbehörde weitergemeldet, aber dies soll nunmehr ab 2019 der Fall sein und zwar für die letzten drei noch nicht verjährten Steuerjahre. Also Achtung: Es kann nur geraten werden, die Mieteinnahmen, die obligatorisch im Land der Immobilie versteuert werden müssen, zukünftig ordnungsgemäß zu deklarieren.

Es gibt drei verschiedene Situationen:
Sofern die Mieteinnahmen unter 305 € liegen oder unter 760 € bei gelegentlicher Vermietung eines Zimmers des Hauptwohnsitzes, sind sie steuerfrei.
Sofern die Mieteinnahmen darüber, aber unter 32.900 und ab 2018 unter 70.000 € liegen, müssen sie als «micro BIC» gemeldet werden; ab 23.000 € muss zusätzlich die Sozialversicherung (RSI) nach vorheriger Anmeldung abgeführt werden.
Sofern mehr als 32.900 € oder ab 2018 mehr als 70.000 € Mieteinnahmen erzielt werden, unterliegt die Steuererklärung dem «régime réel», d.h. einer richtiggehenden Bilanz, mit Absetzung der reellen Kosten.

Alle Mieteinnahmen, auch wenn sie steuerfrei sind, müssen angegeben werden.

Die Steuerregelung «micro BIC» eröffnet Anspruch auf einen automatischen Abschlag von 50%, auf den verbleibenden Betrag müssen dann Sozialabgaben in Höhe von 17,2% und gegebenenfalls die Einkommensteuer gemäß Steuertarif (0% bis 9807 € Einkommen; 14% bis 27.086 €; 30% bis 72.617 €; 41% bis 153.783 € und 45% darüber hinaus) entrichtet werden. Der gesamte Betrag der Mieteinnahmen ist in dem Feld 5ND des Steuerformulars CERFA 2042C PRO anzugeben.

Sollten die Mieteinnahmen 23.000 € überschreiten und somit die Notwendigkeit gegeben sein, sich bei der Sozialversicherung anzumelden, so entspricht dies gesamt einem Prozentsatz von circa 43% aufwärts des Gewinns. Dies lohnt sich leider in keiner Weise mehr und soll ganz eindeutig abschreckend wirken.

Bei dem «régime réel» also ab Mieteinnahmen von 32.900 € oder mehr als 70.000 € ab 2018 (aber auch darunter als Option) muss eine richtiggehende Bilanz erstellt werden, es können aber alle Ausgaben abgesetzt werden, was oft vorteilhafter sein kann als der Pauschalabschlag, sofern Sinn der Vermietung ist, möglichst alle Kosten eines Ferienhauses zu decken, was selbst auch gelegentlich genutzt wird. Der ermittelte Gewinn muss in dem Feld 5NA des Steuerformulars CERFA 2042C PRO angegeben werden.

Wenn die Mieteinnahmen nicht versteuert werden, riskiert man Verzugszins von 0,4% monatlich sowie einen Steuerzuschlag von 10% im Fall einer Steuerberichtigung. Für die fehlende Anmeldung bei der Sozialversicherung (RSI) für Einnahmen über 23.000 € macht man sich zusätzlich strafbar, und natürlich fallen auch hier Verzugszinsen und ein Zuschlag an. Die gesegneten Zeiten von Zusatzeinahmen über Airbnb ohne steuerliche Erfassung sind ganz eindeutig vorbei.

Maître Michaela Schreyer
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