Haupt-Reiter

"Schwarze Witwe" soll betagte Liebhaber vergiftet haben

CÔTE D’AZUR

In Nizza hat Anfang der Woche der Prozess gegen die so genannte Schwarze Witwe der Côte d’Azur begonnen. Wie berichtet, wird der wegen Mordes angeklagten Deutschen zur Last gelegt, aus Habgier betagte, aber vermögende Liebhaber umgebracht zu haben, um sie zu beerben.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hat die 57-Jährige mindestens zwei ältere Männer vergiftet. Zwei weitere schwer verletzte Opfer (82 und 91 Jahre alt) hatten überlebt. Zunächst soll die Frau die Männer um Geld angegangen sein; später soll sie verlangt haben, sie testamentarisch zu bedenken.

Die Angeklagte verbüßt bereits seit 2013 eine fünfjährige Haftstrafe wegen Diebstahls, Betrugs und Freiheitsberaubung eines 87-jährigen Witwers. Im Rahmen ihrer Untersuchungen entdeckte die Polizei in ihrem Besitz unter anderem Personalausweise, Krankenversicherungskarten und Scheckhefte sowie größere Mengen Valium.

Die Ermittler glauben inzwischen, dass die Frau seit ihrem Umzug an die französische Riviera im Jahr 2011 Kontakte zu mindestens 20 älteren Männern hatte, die sie über Partnervermittlungsagenturen kennenlernte.

Die beiden überlebenden Opfer wollen während des Prozesses als Zeugen auftreten. Der 91-Jährige schilderte am Montag, wie es ihm rapide schlechter ging, seitdem er 2012 mit der Frau zusammenlebte. Auf dem Höhepunkt seines Leidens habe die diplomierte Rechtswissenschafterin seinen Notar angeschrieben und gebeten, sie in das Testament aufzunehmen.

Die Angeklagte bestreitet nach Angaben ihres Anwalts alle Vorwürfe. Sie habe sich mit älteren Männern einfach wohlgefühlt. Der Anwalt will auf Freispruch plädieren. Der jüngste Sohn der Angeklagten belastete seine Mutter. Der Lokalzeitung „Nice Matin“ sagte er, sie sei schon immer davon „besessen“ gewesen, schnell und einfach zu Geld zu kommen.

R.L.