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Verheerende Waldbrände halten die Côte d’Azur in Atem

WISSENSWERTES

Mehrere Brände brachen am gestrigen Montag, 24. Juli, in den Departements Alpes-Maritimes und Var aus. Besonders heftig trifft es derzeit die Gegend um La Croix-Valmer und Ramatuelle im Var, wo die Flammen noch nicht unter Kontrolle gebracht werden konnten. Ein weiteres Feuer bei Carros/Nizza zerstörte rund 90 Hektar Waldgebiet und drei Häuser. Brandstiftung wird vermutet.

Seit gestern zerstörten Waldbrände im Südosten Frankreichs rund 3000 Hektar.Überall scheint es zu brennen. Das Brandrisiko in den Departements Alpes-Maritimes und Var ist seit Wochen groß. Gestern stand die Notrufnummer der Feuerwehr nicht mehr still. Selbst von Nizza aus war die enorme Rauchwolke des Brands bei Carros zu sehen, verkohlte Holzstückchen wurden immer wieder mit den Wellen an den Stränden Nizzas angespült. Die Flammen bei La Croix-Valmer waren selbst vom gesamten Golf von Saint-Tropez aus zu sehen. Das Var traf es gestern besonders schlimm. Insgesamt zerstörten die Waldbrände im Südosten Frankreichs bisher rund 3000 Hektar.

Brand bei Carros: Brandstiftung vermutet
Das Feuer bei Carros brach gestern gegen 16 Uhr aus und konnte bis heute Morgen, 25. Juli, unter Kontrolle gebracht werden. Bis dahin verbrannten jedoch 90 Hektar Waldgebiet. Ebenfalls brannte ein Wohnhaus vollständig ab, zwei weitere wurden von den Flammen beschädigt. 17 Personen mussten evakuiert und in der Turnhalle der Ortschaft untergebracht werden. Insgesamt waren 350 Einsatzkräfte vor Ort, vier Löschflugzeuge und drei Helikopter wurden zur Bekämpfung der Flammen eingesetzt, die sich durch den starken Wind sehr rasch ausbreiteten. Nach den bisherigen Erkenntnissen geht die Staatsanwaltschaft Grasse nun von Brandstiftung aus. Die genaue Ursache ist noch nicht bekannt. Zwei weitere Brände brachen in Auribeau-sur-Siagne und Saint-Vallier-de-Thiey aus. Diese konnten ebenfalls unter Kontrolle gebracht werden, doch auch hier musste die Feuerwehr die ganze Nacht über vor Ort bleiben.

Im Var insgesamt mehr als 700 Hektar verbrannt
Besonders verheerend wüteten die Flammen zwischen La Croix-Valmer und Ramatuelle und konnten hingegen noch nicht unter Kontrolle gebracht werden. Der anhaltend starke Wind erschwert die Arbeit der 350 Feuerwehrleute und fördert die rasche Verbreitung der Flammen. Acht Feuerwehrmänner wurden bei dem Einsatz verletzt. Der Brand bescherte den Anwohnern eine Horror-Nacht, denn viele mussten evakuiert werden und immer noch um ihre Wohnungen und Häuser fürchten. Von einem Camping-Platz wurden ca. 300 Personen evakuiert. Auch bei Artigues wüteten die Flammen gestern verheerend. Die dortigen Brandherde entfachen sich aufgrund des Windes immer wieder aufs Neue. Frankreich hat nun die Europäische Union um die Unterstützung durch zwei weitere Löschflugzeuge gebeten. Bis heute Mittag fielen insgesamt rund 700 Hektar Waldgebiet den Flammen zum Opfer.

Eine Verschnaufpause für die Einsatzkräfte ist bisher noch nicht in Sicht, da der Wind anhält. Die Trockenheit und anhaltend hohen Temperaturen stellen ein weiteres Risiko dar. Dies erfordert weiterhin die ständige Überwachung der Gebiete.

 

Elena Stahlmann