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Wohnsteuer in Frankreich: Reform tritt ab 2018 in Kraft

WIRTSCHAFT

Am Sonntagnachmittag, 9. Juli, kündigte das Wirtschaftskabinett den Wegfall der Wohnsteuer für wahrscheinlich 80 Prozent der französischen Haushalte ab 2018 an. Die Reform der Wohnsteuer war eines der Wahlversprechen des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron. Auch deutsche Hausbesitzer an der Côte d’Azur können von der Steuerentlastungen profitieren.

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron löst sein erstes Wahlversprechen ein: Die Reform der Wohnsteuer ab 2018.Für ganze 80 Prozent der Haushalte in Frankreich könnte die Wohnsteuer ab 2018 wegfallen. Dies kündigte das Wirtschaftskabinett unter Bruno Le Maire am Sonntag, 9. Juli, an. Davon könnten auch deutsche Hausbesitzer an der Côte d’Azur profitieren. Bisher musste die Wohnsteuer auf private Wohnräume gezahlt werden. Grundlegend ist jede Person in Frankreich dazu verpflichtet, die Abgaben zu zahlen, solange sie über einen möblierten Wohnraum verfügt. Darunter fallen auch frei stehende Häuser, Garagen und Gärten. Die Steuer bezieht sich auf den Haupt- und möglichen Zweitwohnsitz. Die Höhe der taxe d’habitation richtet sich nach der Größe des Wohnraums, der Lage und der Anzahl der Fenster.

Die Wohnsteuer ist jedoch von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. So zahlen Hausbesitzer in Paris deutlich weniger als in anderen Teilen Frankreichs. Aufgrund der unfairen Verteilung machte Emmanuel Macron die Reform Wohnsteuer zu einem seiner Wahlversprechen und wird dieses zu Beginn des nächsten Jahres einlösen. Außerdem gehe die Steuer vor allem auf Kosten der unteren und mittleren Schichten, die nicht einmal den kaufkräftigsten Teil auf dem Immobilienmarkt darstellen. So sollen die Abgaben zukünftig nach dem Einkommen berechnet werden, wodurch für sie für 80 Prozent der französischen Haushalte komplett entfallen könnte. Genauere Informationen zur Berechnung liegen derzeit jedoch noch nicht vor.

Mit den Plänen des französischen Staatspräsidenten sind jedoch nicht alle zufrieden. Die Reformen werden bis zu 8,5 Milliarden Euro kosten. Dies sind immerhin 1,5 Milliarden Euro weniger als bisher angenommen, wie am gestrigen Dienstag, 11. Juli, in der Sitzung des Finanzausschusses der Nationalversammlung angekündigt wurde. Dennoch befürchten viele Bürgermeister starke finanzielle Defizite im Haushalt ihrer Gemeinden. Macron sieht vor, die fehlenden finanziellen Mittel über den Staatshaushalt auszugleichen, sodass die Gemeinden keine Finanzverluste zu erwarten hätten.

 

 

Elena Stahlmann