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«Per Fuma Technika»: Phantastischer Ausflug in die Parfümherstellung

KUNST & KULTUR

Am Samstag hat der Schweizer Künstler Lionel Favre seine Ausstellung «Per Fuma Technika» im Parfümeriemuseum in Grasse eröffnet. Mit acht Bauplänen lädt Favre den Betrachter auf eine phantastische Zeitreise in die Parfümherstellung ein.

Auf den ersten Blick wirken die Werke des Künstlers Lionel Favre tatsächlich nur wie alte Baupläne: sehr präzise gezeichnet, teilweise mit Berechnungen beschriftet, an den Seiten etwas ausgefranst. Doch blickt der Betrachter genauer hin, traut er seinen Augen kaum: Auf „Plan 5: Le laboratoire“ etwa spielt Einstein Geige und Spiderman seilt sich neben ihm ab. Auf allen acht ausgestellten Plänen hat der junge Schweizer seine überbordende Phantasie mit seinen Zeichnungen in die Welt der Wissenschaft und Technik eindringen lassen.

Die Pläne sind Teil der Ausstellung «Lionel Favre – Per Fuma Technika», die der Künstler am Samstag eröffnet hat und die noch bis 11. November im Internationalen Parfümeriemuseum Grasse zu sehen ist. Vorlage für die Werke des Absolventen der Wiener Akademie der Bildenden Künste sind Original-Baupläne technischer Gerätschaften aus der Parfümindustrie des 20. Jahrhunderts. Per Hand zeichnete er berühmte Persönlichkeiten, heutige Parfümflaschen, Tiere und Pflanzen mit schwarzer Tinte in die Dokumente. Seine Pläne erkunden das „Abenteuer des Parfüms“: Favre beginnt im Paradies, führt durch das alte Ägypten über Frankreich im 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart und Zukunft.

Sieben korrespondierende Parfüme begleiten die Pläne. Darunter auch ein Duft, den Studenten in Sophia Antipolis entworfen haben. „Parfüm“, so Favre, „sieht man meist nur als Endprodukt in einer Flasche. Dabei besteht es aus so vielen Elementen, die teilweise weit reisen und von überall aus der Welt kommen.“ Mit seinen Plänen wolle er auch die unsichtbare Kultur der Parfümerie sichtbar machen.

Bei der Eröffnung der diesjährigen Herbst-Ausstellung des Parfümerie-Museums bedankte sich der deutschsprachige Favre bei allen Parteien, die die Ausstellung möglich gemacht haben. Die Schweizer Firma Givaudan, ein führender Aromen- und Duftstoffe-Hersteller, hatte ihm die Pläne aus Archiven zur Verfügung gestellt, das Museum in Grasse habe ihn durch seine Recherche in der Welt des Parfüms geleitet und die Ausstellung durch eigene Objekte ergänzt. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeiten ist eine phantastische Zeit- sowie Duftreise durch die Welt des Parfüms.

CJ