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„Cannes on Air“: Eine kleine Stadt will ganz groß raus

WIRTSCHAFT

Der Plan von Bürgermeister David Lisnard, Cannes zum internationalen Zentrum für Kreativität zu machen, nimmt weiter Form an. «Cannes on Air» heißt das ehrgeizige Projekt (RZ berichtete), und es geht um kreatives Schaffen im weitesten Sinne: Die audiovisuelle Medienindustrie soll in der Festivalstadt ein neues, gemeinsames Zuhause finden – mit entsprechenden Studiengängen, Unternehmen, Filmstudios, Kino-Komplex und (bis 2025) Europas größtem Kino-Museum.

Räumlich spielt sich das Ganze ab zwischen dem Stadtzentrum mit seinem weltberühmten Palais des Festivals und Cannes-La Bocca im Westen der Stadt, wo der Campus Bastide Rouge (Foto) mit Universität (16 Studienabschlüsse rund um kreatives Schreiben, Journalismus, Werbung, Videospiele… für 1200 Studenten), Gründerzentrum für Firmen und Multiplexkino schräg gegenüber dem Flughafen Cannes-Mandelieu kurz vor der Vollendung steht.

«Wir wollen Europas Hauptstadt für Schreibberufe werden», so unbescheiden formulierte Lisnard seine Ziele jüngst bei einer Präsentation des wissenschaftlichen Beirats von «Cannes on Air» in Paris. An Bord sind Partner wie die kalifornische Uni UCLA und das Berliner Weiterbildungsprogramm für Serienautoren, Serial Eyes.

Ach, und übrigens: Der Festivalpalast soll bis zu den Filmfestspielen 2024 für 62 Millionen Euro zum größten Kongresszentrum außerhalb von Paris erweitert werden. Wie? Ganz einfach: durch einen Kinosaal auf dem Dach.

AS