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2. Jahrestag des Einsturzes: Genuas neue Brücke eingeweiht

Der Zusammenbruch der Morandi-Brücke in Genua jährt sich heute zum zweiten Mal. In Erinnerung an den traurigen Tag, an dem die Morandi-Brücke in Genua einstürzte, wurde der Neubau der Brücke vergangene Woche eingeweiht. Umbenannt in "Ponte San Giorgio", nach dem Schutzpatron der Hafenstadt, wurde sie in weniger als zwei Jahren fertiggestellt. 

Construction Site Bridge Genoa by Mike DottaDie Einweihung der neuen San-Giorgio-Brücke am 3. August wurde von einer Zeremonie zum Gedenken an die 43 Todesopfer begleitet. Gegen 18.30 Uhr wurden in Genua erst die Opfernamen verlesen, danach folgten eine Schweigeminute und diverse Reden. Schließlich wurde das Eröffnungsband der neuen Brücke durchschnitten.

Die Geschichte hinter dem Zustand der ursprünglichen Brücke ist lang. Sie wurde 1967 erbaut und nach Riccardo Morandi benannt, dem Ingenieur, der sie entworfen hatte. Nicht lange nach ihrem Bau stellte sich bei einer Untersuchung heraus, dass das Fundament bereits instabil war. In den 1990er-Jahren hatte der Stahl, der die Brücke trug, Anzeichen von Korrosion gezeigt, was die Autobahngesellschaft Autostrade zwang, die Brücke zu überholen. Die Restaurierung scheint jedoch fehlerhaft gewesen zu sein, denn sie brach zusammen, nachdem das italienische Unternehmen Benetton die Autobahngesellschaft aufgekauft hatte. Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass die Inspektionen vernachlässigt worden waren, was vermutlich zum Einsturz der Brücke führte.

Genoa bridge by Michele Ferraris via WikimediaViele werden sich an den tragischen Vorfall am 14. August 2018 erinnern. Schockierende Bilder vom Einsturz der Morandi-Brücke wurden weltweit ausgestrahlt. Am Ende forderte die Katastrophe 43 Todesopfer und zahlreiche Verletzte. 600 Menschen wurden obdachlos. Das Unglück brachte auch die Autobahnnetzgesellschaft zu Fall, die für die Instandhaltung der Infrastruktur zuständig war.

Die Zeremonie zur Einweihung der San-Giorgio-Brücke in der vergangenen Woche erfolgte in Anwesenheit von Ministerpräsident Giuseppe Conte sowie Staatspräsident Sergio Mattarella, mehrerer Minister aus Rom, dem Architekten Renzo Piano sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Die Familien der 43 Opfer waren ebenfalls vor Ort.

Die Ponte San Giorgio wurde von dem in Genua geborenen Renzo Piano entworfen, dem berühmten Architekten unter anderem des Shard-Wolkenkratzers in London und des Pariser Centre Pompidou. Vor seiner neuen Schöpfung erklärte er: "Wir schweben zwischen Trauer und Stolz."

Die neue Brücke, die in nur zwei Jahren fertiggestellt wurde, stellt ein neues Hightech-Bauwerk dar – mit vier Wartungsrobotern, die kontinuierlich die Brücke entlanglaufen und von 2.000 Solarpaneelen angetrieben werden. Diese Roboter sind so konstruiert, dass sie jede Spur von Erosion oder Verwitterung bemerken. Das Brückendesign beinhaltet auch ein Entfeuchtungssystem, das durch Witterungseinflüsse verursachte Korrosion begrenzen soll.

CG/DM