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Besonders heiße Nächte – eine Hitzewelle beherrscht Frankreich

Weite Teile Frankreichs erleben eine Hitzewelle („canicule“), während die Wetterlage an der Côte d’Azur erträglich bleibt. Meteorologen raten zu Achtsamkeit. Fast das ganze Land wird von Höchstwerten beherrscht, und die kommenden Tage werden keine Erleichterung bringen. Die jüngste Statistik weist zudem die ersten sechs Monate des Jahres als wärmste jemals gemessene Jahreshälfte aus.

Wetterkarte

Nicht nur die Situation rund um das COVID-19 Virus mahnt Bewohner und Besucher des Landes zur besonderen Vorsicht. Seit vergangenem Freitag, 7. August, hat sich vom Südwesten der Region Pays-de-la-Loire ausgehend, eine sehr intensive Hitzewelle über den größten Teil Frankreichs ausgebreitet. Insbesondere am gestrigen Sonntag wurden Temperaturen mit Spitzenwerten von 38 Grad (zum Beispiel in Castres bei Toulouse) gemessen. Die Nächte verschafften dabei kaum Abkühlung, denn auch hier zeigte das Thermometer teilweise bis zu 25 Grad an.

Der Wetterdienst Météo-France hat derzeit 15 Departements mit der höchsten Warnstufe „rot“ sowie 54 mit „orange“ gekennzeichnet. Diese sind insbesondere in Nord- und Zentralfrankreich gelegen. Vor allem dort ist erhöhte Wachsamkeit gefordert und auf die Warnhinweise der Sicherheitsbehörden zu achten.

Das Departement Alpes-Maritimes ist in Bezug auf die Hitzesituation vorläufig „gelb“ eingestuft. Darüber hinaus gilt die Warnung heute zwischen 12 und 22 Uhr auch für Gewitter. Grundsätzlich heißt es also: Aufpassen! Bei jeglichen Aktivitäten im Freien ist Vorsicht geboten. Althergebrachte Verhaltensregeln gelten in diesen Tagen ganz besonders: die Mittagssonne meiden, viel trinken und Sonnenschutz nicht vergessen.

Auch unsere Vierbeiner sind bei dieser Wärme besonders gefährdet. Um diese zu schützen, ist es ebenso wichtig, sie mit ausreichend Schatten und Wasser zu versorgen und sie auf keinen Fall im Auto zurückzulassen.
Durchatmen lässt sich’s im Var und in den Bouches-du-Rhône: Für diese beiden Departments gilt derzeit keinerlei Wetterwarnung.

Laut Météo-France ist die aktuelle Hitzeepisode eine der fünf schwersten der letzten Jahrzehnte. Höher waren die Temperaturen beispielsweise in den Jahren 2003 und 2006. In der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur (PACA) wurden in den vergangenen Tagen ebenso Spitzenwerte erreicht. So wurden zwischen Montag, 6. Juli, und Freitag, 11. Juli, sowie am Ende des Monats zwei intensive Hitzewellen mit bis zu 39 Grad verzeichnet.
In den kommenden Tagen ist kaum mit Abkühlung zu rechnen. Temperaturen um die 30 Grad werden Südfrankreich auch weiterhin begleiten.

Meteorologen melden derweil, dass Frankreich die wärmste erste Jahreshälfte aller Zeiten verzeichnet: Zwischen Januar und Juni 2020 war es im Schnitt so warm wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Im Winter lagen die Temperaturen im Hexagon 1,8 Grad über dem Durchschnitt.

Denise Mähne

Weitere Infos zur Wetterentwicklung unter:
https://vigilance.meteofrance.fr/fr/consequences-conseils