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Côte d’Azur: Die Touristen sind wieder zurück!

Die letzten Monate machten Prognosen schwierig, ob und wann die ersten Sommertouristen an der Côte d’Azur eintreffen. Nur eines war schnell klar: Das Touristenprofil würde sich durch die Corona-Krise eindeutig verändern. Diesen Sommer werden hauptsächlich Franzosen zwischen Marseille und Menton erwartet, auch – aber weniger als sonst – Italiener, Schweizer und Deutsche. Und wir von der RZ konstatieren: Die Touristen sind zurück! Die Strände sind beinahe so voll wie eh und je.

Plage des l‘Estagnol; Bormes-les-Mimosas; Strand, Urlaub, Erholung, Freizeit

Mit Beginn der Sommerferien steigen im Süden Frankreichs üblicherweise die Zahlen der Touristen merklich an. Im Juli reisen für gewöhnlich viele ausländische Touristen an die Côte d’Azur und im August dann vermehrt Franzosen. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Die üblichen Juli-Urlauber (frz. juillettistes) sind kaum anzutreffen. Diesen Juli tanken hauptsächlich Franzosen, aber auch Italiener, Schweizer und Deutsche Sonne an der Côte d’Azur. Briten, Amerikaner, Russen – Fehlanzeige.

Vor allem Italiener verschlägt es an die Küste, als ob es nie ein Coronavirus gegeben hätte. „Wenn man in Ligurien, dem Piemont, der Lombardei oder der Toskana lebt, dann ist es für Italiener normal, an die Côte d’Azur zu reisen“, sagte Agostino Pesce, Direktor der italienischen Handelskammer in Nizza, der Lokalzeitung Nice Matin.

Im Juni wurden 1.055 Personen ab 18 Jahren repräsentativ für die französische Bevölkerung nach ihren Sommerplänen befragt. Die Umfrage der BVA (Les Français et leurs intentions de départ en vacances) ergab, dass 59 Prozent der Franzosen planen, diesen Sommer trotz aller Ungewissheiten in Bezug auf das Virusgeschehen zu verreisen. 8 Prozent beabsichtigen, ins Ausland zu reisen, während die Mehrheit im eigenen Land Urlaub machen möchte.

 Plage de l'Estagnol, Urlaub, Freizeit, Sommer, Côte d´Azur, StrandMit 54 Prozent ist das Meer das beliebteste Reiseziel der Befragten. Einheimische interessieren sich aber auch für die Natur, das Hinterland und die Berge. Städtereisen sind in diesem Jahr nur wenig populär. Angeboten werden daher vermehrt Aktivitäten in der Natur, wie Wanderungen oder Campingabenteuer. 39 Prozent der Franzosen haben vor, die Ferien auf einem Campingplatz, im Hotel oder im Ferienclub zu verbringen. 40 Prozent wollen bei Bekannten oder im Zweitwohnsitz unterkommen. Hoch im Kurs sind auch privat angebotene Apartments. So meldet AirBnB zwischen dem 25. Mai und 7. Juni ein Buchungsplus von 180 Prozent.

Reisefreudige lassen sich vom Coronavirus zwar nicht abschrecken, greifen jedoch vermehrt auf Last-Minute-Angebote zurück. Die französische Tourismusbranche hofft, heuer wie gewohnt viele Reisende aus Nachbarländern wie Belgien, Schweiz oder Deutschland anziehen zu können. Obwohl Buchungen eher zaghaft getätigt werden, sind die Franzosen grundsätzlich positiv gestimmt, dass ihr Urlaub ohne größere Zwischenfälle und erholsam verlaufen wird.

Elwira Otto