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Côte d’Azur verhängt totale Ausgangssperre in der Nacht

WISSENSWERT

Tag sieben der Ausgangssperre in Frankreich. Die Zahl der Covid-19-Infizierten in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur (Sud/PACA) ist übers Wochenende auf 1316 angestiegen. Seit gestern Abend 22 Uhr gilt für das Departement Alpes-Maritimes und Monaco eine totale Ausgangssperre jeweils zwischen 22 und 5 Uhr.

Covid-19-Infizierte im Süden
1316 Menschen der Région Sud/PACA sind bis gestern Abend, 22. März, positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die weitaus meisten bestätigten Fälle werden im Departement Bouches-du-Rhône gezählt (827). In den Alpes-Maritimes waren es gestern Abend 194 Fälle, im Var 186. Deutlich niedriger sind die Zahlen nach wie vor im Vaucluse (45), in den Hautes-Alpes (42) und in den Alpes-de-Haute-Provence (22).
85 der in der Region PACA positiv getesteten Menschen liegen auf der Intensivstation. 15 Menschen sind hier seit Ausbruch der Epidemie gestorben.
Nach wie vor gilt für alle Personen, die die Symptome Husten und Fieber zeigen, folgende Verhaltensregel: zu Hause bleiben und den Hausarzt anrufen. Nur wenn Atemnot hinzukommt, sollte der Rettungsdienst unter der Nummer 15 benachrichtigt werden.

Verschärfte Ausgangssperre
Während tagsüber das Verlassen des Zuhauses in gewissen Situationen unter Vorlage einer attestation de déplacement dérogatoire (hier herunterzuladen) gestattet ist (vor allem, um zur Arbeit zu gelangen, wo Präsenz erforderlich ist, um Lebensmittel einzukaufen, zum Arzt oder zur Apotheke zu gehen und sich in direkter Umgebung seines Zuhauses die Beine zu vertreten), gilt seit dem gestrigen Sonntagabend, 22. März, im Departement Alpes-Maritimes in allen Küstengemeinden sowie allen Städten mit 10.000 Einwohnern und mehr täglich zwischen 22 und 5 Uhr eine totale Ausgangssperre. Hintergrund sei der nach wie vor zu laxe Umgang mit der Lage, heißt es aus der Präfektur.
Betroffene Städte: Nizza, Cannes, Antibes, Cagnes-sur-Mer, Grasse, Le Cannet, Menton, Saint-Laurent-du-Var, Vallauris, Mandelieu-La-Napoule, Mougins, Vence, Villeneuve-Loubet, Beausoleil, Valbonne, Roquebrune-Cap-Martin, Carros, La Trinité, Théoule-sur-Mer, Villefranche-sur-Mer, Saint-Jean-Cap-Ferrat, Beaulieu-sur-Mer, Eze, Cap d’Ail.
Die Regelung gilt vorerst bis zum 31. März. Ausnahmen (Arbeit, Notfälle etc.) bleiben auch in der Nacht gestattet (attestation nicht vergessen!). Für Monaco gelten ähnliche Bestimmungen.

Monaco
Die Zahl der in Monaco positiv auf Covid-19 Getesteten lag gestern Abend bei 23. Die erste Person ist bereits wieder genesen. Unter den Infizierten befinden sich auch die beiden wichtigsten Männer des Staates, Fürst Albert II. und Staatsminister Serge Telle.
Wie im umgebenden Departement Alpes-Maritimes gilt seit gestern Abend, 22 Uhr, im Fürstentum bis auf Weiteres täglich eine völlige Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr. Speziell Gassigehen, einkaufen und Sport im Freien sind in dieser Zeit tabu.
Seit Freitag und bis auf Weiteres sind in Monaco ebenfalls jeglicher Zugang zur Küste, die Kais, die öffentlichen Parks und Kindergärten für die Öffentlichkeit gesperrt.
Seit heute früh, 23. März, werden in Monaco täglich Bürgersteige, die Bahnsteige am Bahnhof und Aufzüge mit einem biologisch abbaubaren Produkt desinfiziert.
Zahlreiche weitere Informationen zum Thema „Coronavirus in Monaco“ werden auf der Website der Regierung in Englisch und Französisch gegeben und regelmäßig aktualisiert.

Kultur online
Zahlreiche Museen, Sänger, Sportclubs laden aktuell online zu kostenlosen Besuchen, Konzerten, Fitnesstrainings ein. Auch die Städte an der Côte d’Azur lassen sich Möglichkeiten einfallen, um ihre Bewohner in Zeiten von Coronavirus und Ausgangssperre bei Laune zu halten.
Cannes beispielsweise lädt dreimal täglich (9, 14 und 18 Uhr) über seine Facebook-Seite Cannes Culture zu kulturellen Treffs (Videos, Konferenzen…).
Nizza bietet seit heute einen ähnlichen Service. Auf der Seite http://cultivez-vous.nice.fr werden den Bürgern kulturelle Inhalte zur Verfügung gestellt – darunter Konzerte und Ballett-Aufzeichnungen, historische Ausflüge in der Stadt, Vorträge, Kino-Klassiker und Ausstellungen.