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Cannes kippt Neptungras zurück ins Meer – Natur und Mensch profitieren

CÔTE D’AZUR

Jeder kennt es: das grau-braune Seegras, das im Winter am Strand zu kleinen Haufen aufgetürmt den schönen Anblick trübt. In Cannes wurden die Neptungras-Berge, die den Strand vor Erosion schützen, nun ins Meer zurückgekippt – eine umweltfreundliche Lösung, wie es heißt.

Pinpin, Corse-04623-Macinaggio-plage posidonie, CC BY-SA 3.0 (Neptungras Posidonie Cannes

Bei den fast überall ab Herbst an den Côte d’Azur-Stränden angeschwemmten Neptungras-Haufen handelt es sich um abgestorbene Blätter der empfindlichen und geschützten Art. Die Städte lassen die Blätterberge über den Winter möglichst unberührt, denn sie tragen maßgeblich zum Schutz vor Küstenerosion bei.

Im Frühjahr allerdings, wenn die Badesaison beginnt und mit ihr der Tourismus blüht, muss das Gras weichen. Da auch abgestorbenes Neptungras für das Gleichgewicht des Meeresökosystems wichtig ist, sollte es zurück in seine natürliche Umgebung gelangen.

So geschehen unlängst in Cannes. Zehn Tage lang wurde hier die Methode des „clapage“ angewendet: Ein Schleppkahn wurde dabei am Port Canto im Osten der Stadt mit Neptungras beladen, das vier Seemeilen südlich der Insel Saint-Honorat ins Meer gekippt wurde. Insgesamt gelangten so fast 4000 Kubikmeter Seegras zurück ins Meer. Kostenpunkt er Aktion: 208.740 Euro.

Cannes engagiert sich seit Jahren für den Schutz des Meeres. Unter anderem wurden Einwohner und Touristen Clapage posidonie Cannes Neptungrasdurch eine Aufklärungs-Kampagne gebeten, weder Zigarettenkippen noch Abfall in die Straßengullis zu werfen, da diese direkt ins Meer gespült würden. Bürgermeister David Lisnard setzt sich seit 2019 zudem intensiv dafür ein, dass vor Cannes ankernde Kreuzfahrtschiffe ökologische Mindeststandards einhalten. So sollen die Schiffe einen weniger umweltschädlichen Kraftstoff verwenden und kein Abwasser ins Meer einleiten. Außerdem dürfen sie nicht in Neptungras-Feldern ankern.

KR