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Cannes kommt zurück: drei Tage Filmfestival Ende Oktober

KULTUR

Zuletzt war das Filmfestival Cannes 1950 ausgefallen, damals aus finanziellen Gründen. 70 Jahre später dann wütete Corona. Damit 2020 nicht als Komplett-Ausfall in die Geschichte eingeht, gibt’s Ende Oktober ein dreitägiges Special an der Croisette. Gezeigt werden einige der Filme, die im Mai um die Goldenen Palmen konkurriert hätten. Die breite Öffentlichkeit ist eingeladen.

Vom 27. bis 29. Oktober findet das „Spécial Cannes 2020“ im Palais des Festivals statt: Vier Filme aus der offiziellen Auswahl werden im großen Auditorium Lumière als Vorpremieren gezeigt, dazu die Kurzfilme des Wettbewerbs sowie die Studenten-Filme der Reihe „Cinéfondation“. Eine Jury vergibt die Goldene Palme für den besten Kurzfilm sowie die Preise für die Reihe „Cinéfondation“.

Eröffnet wird das Mini-Festival am Dienstag, 27. Oktober, um 19 Uhr mit Emmanuel Courcols „Un triomphe“ mit Kad Merad (in Anwesenheit des gesamten Filmteams). Zum Abschluss (Donnerstag, 29. Oktober, 19 Uhr) wird die Vorpremiere von Bruno Podalydès‘ Werk „Les Deux Alfred“ (in Anwesenheit der Regisseurin und der Hauptdarstellerin Sandrine Kiberlain) gezeigt. Außerdem im Programm: „Asa Ga Kuru“ (True Mothers, 29. Oktober, 15 Uhr) der japanischen Regisseurin Naomi Kawase, die regelmäßig beim Festival in Cannes zu sehen ist, sowie der Debütfilm „Beginning“ (Mittwoch, 28. Oktober, 20.30 Uhr) der georgischen Regisseurin Déa Kulumbegashvili, der gerade beim Filmfestival von San Sebastián die „Concha de oro“ als bester Film erhalten und die Preise für die beste Regie, das beste Drehbuch und die beste Schauspielerin eingeheimst hat.

Ausgerichtet wird das kleine Festival in Zusammenarbeit mit der Stadt Cannes. Daher haben auch die Cannois Vorrang bei der Platzvergabe: Ab dem heutigen Freitag, 16. Oktober, können sich die Einheimischen („justificatif de domicile“ erforderlich) online auf der Seite der Stadt Cannes um Tickets bemühen. Ab 22. Oktober, 8 Uhr, werden Restplätze über die offizielle Seite des Festivals vergeben. 

Bürgermeister David Lisnard: "Wir wollten die Filmfestspiele von Cannes im Jahr 2020 stattfinden lassen als Zeichen unseres Kampfeswillens zugunsten der Veranstaltungsindustrie, die Hunderten von Familien den Lebensunterhalt sichert, und als Zeichen der kulturellen Strahlkraft unserer Stadt.“ Auch wenn diesmal alles anders sein wird, soll durchschimmern, für was Cannes berühmt ist: Hochwertige Filme, ein Publikum in Abendgarderobe und der berühmteste aller roten Teppiche sind wie gewohnt Teil des kleinen Festivals.

Das nächste „richtige“ Filmfestival in Cannes, die 74. Ausgabe, wird – wenn alles nach Plan läuft – vom 11. bis 22. Mai 2021 stattfinden.

www.cannes2020.festival-cannes.com

AS