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Cecilia Bartoli übernimmt Regie an der Oper Monte-Carlo

MONACO

Mit ihr kommt die Heiterkeit nach Monaco: Die stets gut aufgelegte italienische Opernsängerin Cecilia Bartoli wird als erste Frau die Leitung der Oper von Monte-Carlo übernehmen.

Nach Angaben der monegassischen Regierung wird die weltbekannte Diva ab Januar 2023 in die Fußstapfen des künstlerischen Leiters Jean-Louis Grinda treten. Grinda werde der Oper aber nicht verloren gehen, sondern bei künftigen bei Bühnenproduktionen weiter mitwirken, hieß es. Bartoli ihrerseits erklärte, die neue Aufgabe werde sie nicht hindern, ihre Gesangskarriere fortzusetzen.

Die italienische Mezzosopranistin ist an allen großen Konzert- und Opernhäusern der Welt zu Hause und seit sieben Jahren zudem Intendantin der Salzburger Pfingstfestspiele.

Bartoli erklärte, sie empfinde ihre Berufung nach Monaco als "große Ehre und Verantwortung". Für sie gehe "ein Traum in Erfüllung".

Die Präsidentin des Verwaltungsrats der Oper, Prinzessin Caroline, gratulierte der viel gefeierten Sängerin am gestrigen Mittwoch als erste. Grinda, der seit Juli 2007 im Amt und zugleich künstlerischer Leiter der Chorégies d’Orange ist, hatte bereits Anfang des Jahres den Wunsch geäußert, die Regie des Hauses "an jemand mit neuen Ideen" zu übergeben, erinnerte die Prinzessin von Hannover. Der Fürst habe dem Vorschlag, Cecilia Bartoli zu bitten, die Nachfolge zu übernehmen, sofort zugestimmt.

In Monte-Carlo ist Cecilia Bartoli keine Fremde. 2016 hatte sie das monegassische Ensemble Les Musiciens du Prince gegründet, das seither über 70 Konzerte, Aufnahmen und Auftritte in ganz Europa absolviert hat.

Die Wurzeln der Verbindung gründen aber noch tiefer. "Schon 1989, zu Beginn meiner Laufbahn, gab ich in Monte-Carlo den Barbier von Sevilla. Seitdem fühle ich mich Monaco verbunden", sagte Bartoli, die in diesem Sommer in Salzburg in Händels "Alcina" brillierte.

La Salle Garnier – die monegassische Oper innerhalb des Casino-Gebäudes wurde von Charles Garnier erbaut – gilt als einer der schönsten Konzertsäle der Welt. Auch von den Abmessungen und der Akustik her sei er "ein echtes Juwel", schwärmt der international gefeierte Opernstar, der nun drei Jahre Zeit hat, sich auf seine erste Staffel vorzubereiten.

Rolf Liffers