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Cluster-Kopfschmerz: Wissenschaftler aus Nizza gelten als Experten

WELLNESS UND GESUNDHEIT

Die Clusterkopfschmerz-Attacke gehört zu den stärksten Schmerzen, die für den Menschen vorstellbar sind, hinzukommen Augentränen, hängendes Augenlid, Nasenlaufen, Schwindel und Übelkeit. Das sind nur einige der unangenehmen Begleiterscheinungen. Eine Attacke kann in schlimmen Fällen mehr als zwei Stunden andauern und bis zu achtmal pro Tag auftreten.

Gehirnareal bei Cluster-Kopfschmerz. Foto: Friedrich K.Die Behandlung dieser Krankheit hat über einen Zeitraum von zwanzig Jahren große Fortschritte in der Entwicklung gemacht, wozu die Universitätsklinik in Nizza einen großen Beitrag geleistet hat. Die Uniklinik gilt als das Referenzzentrum in ganz Frankreich für diese seltene Erkrankung mit unbekannter Ursache. 

Den Patienten stehen momentan zwei Arten von Behandlung zur Verfügung: Entweder können sie sich selbst bestimmte Medikamente injizieren und gleichzeitig Sauerstoff inhalieren. In chronischen Fällen ist jedoch eine fachgerechte Grundbehandlung in Verbindung mit einem blutdrucksenkenden Medikament nötig.

Seit dem Jahr 2000 hat die Chirurgie neue therapeutische Möglichkeiten für Patienten von Cluster-Kopfschmerzen entwickelt. Dank einer Positronen-Emissions-Tomographie, einem Verfahren aus der Nuklearmedizin, konnte der Hirnbereich identifiziert werden, der die Anfälle hervorruft. Über empirische Verfahren haben die Wissenschaftler entdeckt, dass eine bestimmte Technik, die Technik der Neuromodulation zur Behandlung von schmerzhaften Kopfschmerzen, auch effektiv bei Cluster-Kopfschmerzen eingesetzt werden konnte. Hierbei werden zwei subkutane Elektroden in den oberen Halsbereich implantiert und mit einem subkutanen Neurostimulator verbunden. Dieser ist ebenfalls subkutan mit Drähten in der Bauchregion implantiert. Der Patient kann per Fernbedienung diese Stimulation regulieren und selbst eine Erleichterung seiner Schmerzen ermöglichen.

Die Wissenschaftler in Nizza haben nach vielen Erfolgen diesen Ansatz als weitere Behandlungsmethode integriert und inzwischen in ganz Frankreich ein Register für Patienten mit Neuromodulation eingeführt. Anhand der Ergebnisse der Nutzung konnten sie feststellen, dass allein die Häufigkeit der Anfälle bei Benutzung der Neuromodulation um 90 Prozent abnahm.

Diese Form der Nervenstimulation bleibt bis heute eine der effektivsten Lösungen, und ihre Wirksamkeit konnte sogar noch weiter verbessert werden. Inzwischen wurden die Wissenschaftler in Nizza offiziell von den europäischen und internationalen Behörden als Experten in der Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen anerkannt.

Birgit Thiemann