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+++ Corona-Update +++ Labore unter Stress, Fallzahlen steigen weiter

Die Möglichkeit für jedermann, sich in Frankreich auf Corona testen zu lassen, ist sehr komfortabel und wird rege in Anspruch genommen. Die Konsequenz daraus sind jedoch steigende Positivmeldungen und teilweise überlastete Labore. In Frankreich gibt es derweil über 4.000 Neuinfizierungen pro Tag und das Departement Alpes-Maritimes steht kurz davor, mit der Warnstufe „hoch“ bedacht zu werden.

LaboruntersuchungDie Labore an der Côte d'Azur sind überwältigt von den Anfragen – immer mehr Menschen wollen sich auf das Corona-Virus testen lassen. Einige der Testzentren haben große Schwierigkeiten damit, den Ansturm zu bewältigen. Schon die Terminvergabe gestaltet sich komplizierter als zuvor angenommen, deshalb sind viele Labore dazu übergegangen, die Terminvereinbarungen online anzubieten. Daneben wird die Annahme von Probanden beschränkt, denn vom Abstrich bis zum Testergebnis geht eine Probe durch „viele Hände“: Abnahmepersonal, Kuriere, Techniker und Biologen müssen koordiniert werden. Gerade in der Ferienzeit sind die Personalressourcen begrenzt, während der Anspruch auf Service und Qualität bestehen bleibt.

Management funktioniert

Die Barla-Labore (SynLab)[1], die Corona-Testungen im gesamten Departement Alpes-Maritimes anbieten, sind trotzdem zufrieden. In den 16 Testzentren der Gruppe werden täglich ca. 800 Proben entnommen. Trotz der hohen Anfrage stehen die Ergebnisse nach 24 bis 48 Stunden zur Verfügung.

Appell an Abstandsregel

In der Zeitung „Nice Matin“ machte der Biologe Didier Charriere von den Barla-Laboratorien jedoch deutlich: "Wenn die Abstandsregeln respektiert werden würden, wären all diese Tests nicht nötig. Am schlimmsten sind die jungen Leute, die Urlauber. Sie feiern und kommen danach zu uns, um sich testen zu lassen, weil sie besorgt sind. Und wenn sie innerhalb der nächsten drei oder vier Tage keinen Termin bekommen, beleidigen sie uns."

Neben den Barla-Laboren ist die Bioestérel-Gruppe[2] mit ihren 77 Standorten in den Alpes-Maritimes und im Var einer der Hauptakteure in der medizinischen Analyse. Täglich werden von Bioestérel bis zu 6.000 Tests durchgeführt.

Departement Alpes-Maritimes

Nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde „Santé Publique“ hat das Departement Alpes-Maritimes die Schwelle von 50 positiven Fällen von Covid-19 pro 100.000 Einwohner überschritten. Am gestrigen Donnerstag betrug diese Inzidenzrate bereits 59,8 Infizierungen. Es ist also damit zu rechnen, dass die Behörde die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung demnächst für die Alpes-Maritimes als „hoch“ („vigilance élevée“) einstufen wird. Innerhalb Frankreichs gilt die Warnstufe „hoch“ aktuell neben den Bouches-du-Rhône und Paris für fünf weitere Departements.

Corona in Frankreich

Tweet Gesundheitsministerium

Seit mehreren Tagen verzeichnet Frankreich täglich über 3.000 Neuinfektionen, aktuell sind es sogar 4.771 innerhalb von 24 Stunden. Die Zahl der Todesfälle aufgrund einer Corona-Erkrankung liegt in Frankreich inzwischen bei 30.480 Menschen. Damit nimmt das Hexagon Rang sieben im internationalen Vergleich ein. In Europa sind lediglich in Großbritannien (41.489 Todesfälle) und Italien (35.418) mehr Todesfälle zu verzeichnen. 

• 229.814 Corona-Infizierungen (+4.771 in 24 Stunden)
• 4.748 aktuell stationär behandelte Patienten
• Davon müssen 380 intensivmedizinisch betreut werden
• 266 Cluster
• Quote der bestätigten Fälle liegt bei 3,3 Prozent

 

Denise Mähne

[1] Barla-Labore: covid.synlab.fr

[2] Bioestérel-Gruppe: bioesterel.fr