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+++ Corona Update +++ Maskenpflicht Nizza, StopCovid unpopulär

In Nizza gilt ab heute eine allgemeine Maskentragepflicht im Freien. Ein Grund ist, dass die Rate der Positiv-Tests in wenigen Tagen von 1,2 auf 6 Prozent gestiegen ist. Gleichzeitig erfreut sich die Corona-Warnapp „StopCovid“ nicht sehr großer Beliebtheit.

Maskenpflicht in der Stadt NizzaWer sich ab heute im Stadtgebiet von Nizza bewegt, ist jeweils von 8 Uhr bis Mitternacht verpflichtet eine Maske zu tragen, egal in welchem Stadtviertel er sich befindet. Bisher galt die Maskenpflicht nur in bestimmten Bereichen der Großstadt. Der Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, rechtfertigt diesen Schritt mit zwei Argumenten. 

Zum einen scheint es Menschen zu verwirren, wenn die Maskenpflicht nur in bestimmten Bereichen vorgeschrieben ist. Viele seien sich nicht sicher, wo sie eine Maske tragen müssen und wo nicht. Zum anderen ist die Rate positiver Covid-19-Tests in Nizza in den letzten Tagen nahezu um das Sechsfache gestiegen, von 1,2 auf 6 Prozent.

Tweet Stadt Nizza

Estrosi kommentiert: "Die neuesten Informationen über die Gesundheitssituation und die Verbreitung des Virus in der Stadt haben mich veranlasst, den Präfekten der Alpes-Maritimes zu bitten, seinen Erlass auf die gesamte Stadt Nizza auszudehnen. […]“

Zudem betont der Bürgermeister eine gewisse Sorglosigkeit, die er auf den Straßen beobachte, wenn es um die Einhaltung der Hygienemaßnahmen geht. Die Polizei in Nizza erwischte bis gestern ungefähr 100 Personen pro Tag, die keine Maske trugen.

In der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur (PACA) ist die Situation ebenfalls weiter angespannt

In der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur (PACA) ist es weiterhin das Departement Bouches-du-Rhône, in dem die Alarmschwelle von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohnern deutlich überschritten wird. In der letzten Woche lag sie bei 85 Personen. Die regionale Gesundheitsbehörde ARS stufte deshalb die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung als „hoch“ ein (neben Paris und Französisch-Guayana). Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung für die Departements Alpes-Maritimes (52,7 pro 100.000), Var (36,0 pro 100.000) und Vaucluse (23,2 pro 100.000) wird weiterhin als "moderat" klassifiziert.

Tweet Gesundheitsministerium

Corona in Frankreich

• 225.043 Corona-Infizierungen (+3.776 in 24 Stunden)
• 4.806 aktuell stationär behandelte Patienten
• Davon müssen 374 intensivmedizinisch betreut werden (+8 in 24 Stunden)
• 278 Cluster (+3 in 24 Stunden)
• Quote der bestätigten Fälle liegt bei 3,0 Prozent

Probleme mit der App „StopCovid“

Die Corona-Warnapp erfreut sich in Frankreich nicht sehr großer Beliebtheit. Seit ihrem Start am 2. Juni wurde sie bis Anfang August lediglich 2,3 Millionen Mal heruntergeladen, was nur einem Bruchteil der französischen Bevölkerung (67 Mio.) entspricht. Im Vergleich dazu wurde das deutsche Pendant mehr als 16 Millionen Mal heruntergeladen. Bei der Anwendung der App scheint es auch hier und da technische Probleme zu geben, beispielsweise beim dem Versuch, eine positive Testung zu melden. Daneben ist bisher keine Kompatibilität mit den Warnapps der Nachbarstaaten gegeben. Kritiker sehen die Gründe für die mangelnde Beliebtheit von StopCovid einerseits in den Anwendungsproblemen und andererseits in der mangelnden Kommunikation seitens Politik und Gesundheitsbehörden. Diese müssten viel mehr für die App werben und insbesondere beim Vorhandensein von Clustern zur Nutzung der Anwendung auffordern.

 

Denise Mähne