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+++ Corona-Update +++ Sperrstunde ab 21 Uhr an der Côte d’Azur

WISSENSWERT

Seit Samstag gilt in fast ganz Südfrankreich für zunächst sechs Wochen eine tägliche Ausgangssperre zwischen 21 und 6 Uhr. Auch an der Côte d’Azur heißt es bis zum 5. Dezember: Der Abend wird zuhause verbracht. Sollte die Maßnahme nicht greifen, um die Zahl der täglichen Neuinfektionen zu drücken, ist mit Verschärfungen der Restriktionen zu rechnen. Der Präfekt des Var hat bereits heute angekündigt, Weihnachtsmärkte seien in seinem Departement zu annullieren.

Nach der Region Paris und Umgebung (Ile-de-France) und acht Metropolregionen gilt die Sperrstunde seit vergangenem Samstag für insgesamt 54 Departements, in denen eine besonders starke Viruszirkulation konstatiert wird – darunter die drei Küstendepartements der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur (PACA): Alpes-Maritimes, Var und Bouches-du-Rhône. Auch das Department Vaucluse und Hautes-Alpes sind betroffen. In der Region PACA bleibt einzig das Departement Alpes-de-Haute-Provence von der Sperrstunde ausgenommen.

Ausgeh-Bescheinigung
Wie schon beim Lockdown im Frühjahr hat die Regierung eine Ausgeh-Bescheinigung (attestation de déplacement „couvre-feu“) vorbereitet, die ausgefüllt entweder digital oder ausgedruckt mitzuführen ist, sofern man sich nach 21 Uhr nicht an seinem Wohnsitzaufhält.

Ausgenommen von der Sperrstunde sind selbstverständlich all diejenigen, die entsprechende Gründe vorweisen – wie etwa die Ausübung des Berufes, die Pflege eines Angehörigen oder das Gassigehen mit dem Hund.

Wer sich zwischen 21 und 6 Uhr unberechtigterweise in der Öffentlichkeit aufhält, muss mit einem Bußgeld von 135 Euro rechnen, im Wiederholungsfall innerhalb von zwei Wochen mit 200 Euro. Weitere Info hier.

Neue App: TousAntiCovid
Ebenfalls seit vergangener Woche (22. Oktober) steht die neue Version der Anti-Corona-App zum Download bereit. „TousAntiCovid“ ersetzt die bisherige Tracking-App, die helfen sollte, Kontaktpersonen im Falle einer Covid-19-Infektion zu benachrichtigen. Die erste App war gefloppt – unter anderem, weil viel zu wenige Menschen sie nutzen. Die neue App sei leistungsfähiger, außerdem informiert sie tagesaktuell über die Schlüsselzahlen wie die Anzahl der täglichen Neuinfektionen (zuletzt bei über 50.000), die 7-Tage-Inzidenz von Infektionen pro 100.000 Einwohnern (heute im frankreichweiten Durchschnitt: 358,4) sowie die Bettenauslastung in den Krankenhäusern (heute: 54,6 Prozent).

Kinos, Kultur, Restaurants
Viele Restaurants bieten ab sofort nur noch einen Mittagstisch an. Kinos lassen ihre Abend-Vorstellungen ausfallen, und Theater und andere Kulturtempel versuchen nach Möglichkeit, geplante Shows vorzuziehen, damit sie gegen 20 Uhr beendet sind und das Publikum rechtzeitig bis 21 Uhr nach Hause kommt. Bars, die ausschließlich Getränke ausschenken, müssen komplett geschlossen bleiben.

Weihnachtsmärkte & Co.
Der Präfekt des Var hat Anweisungen von „oben“ bereits heute vorweggegriffen, indem er den Städten und Dörfern seines Departements nahelegte, anstehende Weihnachtsmärkte abzusagen. „Wir dürfen nicht ausschließen, dass die Epidemie trotz der jetzt getroffenen Vorsichtsmaßnahmen in den kommenden Tagen und Wochen weiter fortschreitet. Unter diesen Umständen erscheint es mir unmöglich, die Organisation und Durchführung solcher Veranstaltungen [Weihnachtsmärkte, Anm.d.Red.] im gesamten Departement zu genehmigen. Deshalb lade ich Sie ein, sie zu annullieren“, so Evence Richard in seinem 6. Informations-Rundbrief zu Covid-19 vom heutigen 27. Oktober. Verboten sind ebenfalls Jahrmärkte, Flohmärkte und Messen.