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+++ Corona-Update +++ Verschärfte Maßnahmen an der Côte d’Azur

WISSENSWERT

Sport- und Fitnesszentren müssen wieder komplett schließen, Bars ab 22 Uhr; Familienfeste in Fest- oder Mehrzwecksälen sind verboten: Das sind die neuesten Regelverschärfungen für das gesamte Departement Alpes-Maritimes, die aufgrund der Coronavirus-Aktivität für vorerst zwei Wochen gelten – ab sofort und bis einschließlich 12. Oktober.

Als Departement, in dem in Bezug auf die Viruszirkulation die Warnstufe „alerte renforcé“ gilt, haben die Alpes-Maritimes ihre Maßnahmen im Kampf gegen Covid-19 verschärft. Wie Präfekt Bernard Gonzalez gestern Abend verkündete,

  • gelten weiterhin fürs gesamte Departement die am 22. September angeordneten Maßnahmen, darunter das Schließen von Restaurants, Kiosken, Mini-Supermärkten zwischen 0.30 und 6 Uhr. Außerdem darf nach 20 Uhr im öffentlichen Raum kein Alkohol getrunken werden;
  • gelten seit gestern und für vorerst zwei Wochen folgende zusätzliche Maßnahmen: Sport- und Fitnesszentren müssen wieder komplett schließen, Bars ab 22 Uhr (Bar-Restaurants und reine Restaurants sind nicht von dieser Regelung betroffen); Familienfeste in Fest- oder Mehrzwecksälen sind verboten;
  • gilt ebenfalls weiterhin eine grundsätzliche Maskenpflicht für Menschen ab 11 Jahren im öffentlichen Raum, wobei die Städte die Pflicht in Abstimmung mit dem Präfekten auf bestimmte Areale beschränken können.

Kritik von den Bürgermeistern
Eine Reaktion auf die Ankündigungen des Präfekten folgte umgehend aus Nizza, Cannes und Grasse. Die Maßnahmen seien willkürlich getroffen und würden auch diejenigen bestrafen, die ein striktes Hygieneprotokoll einhalten würden, hieß es aus Nizza. Es mangele an Klarheit und Transparenz, monierte Bürgermeister Christian Estrosi.
Seine Amtskollegen aus Cannes und Grasse schlugen in die gleiche Kerbe. „Es sollte besser geschützt und weniger verboten werden“, forderten David Lisnard und Jérôme Viaud in einem gemeinsamen Communiqué. Der Staat tue das Gegenteil. Besonders das Schließen von Bars ab 22 Uhr kritisierten die beiden scharf: Diese Entscheidung werde dazu führen, dass Treffen im Privaten ohne jegliche Kontrolle zunehmen.

Hoffnungsvoll stimmende Zahlen im Westen des Departements
Beide unterstrichen eine deutliche Verbesserung der Coronazahlen in den vergangenen drei Wochen zumindest im Westen des Departements: Die 7-Tage-Inzidenz habe sich seit Anfang September halbiert – von fast 160 auf 83 Fälle pro 100.000 Einwohner. Und die Zahl der mit Covid-19 im Krankenhaus behandelten Patienten sinke ebenfalls: Weder in Cannes noch in Grasse befinde sich aktuell jemand mit dem Virus auf der Intensivstation. In Cannes würden sechs Covid-19-Patienten stationär behandelt (Anfang September waren es 18) und in Grasse sieben.

Im gesamten Departement Alpes-Maritimes befanden sich gestern 15 Patienten mit Covid-19 auf einer Intensivstation. Entscheidend bleibe, so ein Mitarbeiter der regionalen Gesundheitsbehörde Agence Régionale de la Santé, diese Zahl unter Kontrolle zu behalten.

Weiterhin geschlossene Restaurants in Aix und Marseille
Seit dem vergangenen Wochenende müssen Restaurants und Bars in Aix-en-Provence und Marseille (zone d’alerte maximale) für zunächst eine Woche geschlossen bleiben. Der Präfekt der Region hat Einspruch gegen diese Entscheidung eingelegt. Für heute wird mit einer Antwort des Gerichts gerechnet.