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+++ Corona-Update +++ Weniger Lockerungen als erhofft ab Dienstag

WISSENSWERT

Obwohl sich die Coronalage in Frankreich weiter verbessert hat, fällt die für kommenden Dienstag, 15. Dezember, angekündigte weitere Lockerung des Shutdowns geringer aus als von vielen erhofft. Kinos, Theater, Museen, Fitnessstudios bleiben weiter geschlossen, Restaurants sowieso. Silvester fällt auch aus.

Premierminister Jean Castex hat gestern verkündet, dass „Publikum empfangende Häuser“ – Kinos, Museen, Veranstaltungssäle, Fitnessstudios und Sporthallen sowie Theater – drei Wochen länger geschlossen bleiben müssen als zunächst erhofft. Über Weihnachten sind damit Freizeitbeschäftigungen in der Gruppe weiter untersagt. Frühestens am 7. Januar wird es wieder grünes Licht geben, vorausgesetzt, die Pandemie-Situation in Frankreich lässt dies zu.

Ausgangssperre zwischen 20 und 6 Uhr

Viel wird auf das Verhalten der Bürger über die Weihnachtsfeiertage ankommen. Heiligabend und Weihnachten dürfen maximal sechs Erwachsene zusammen sein. Silvester wird gleich ganz abgesagt: Ab dem 15. Dezember fällt die generelle Ausgangssperre zwar weg und man darf sich tagsüber wieder ohne Ausgangsbescheinigung und ohne Kilometerbeschränkung frei bewegen. Stattdessen gilt dann eine Ausgangssperre zwischen 20 und 6 Uhr – auch für Silvester. Wer in dieser Zeit ohne triftigen Grund (beruflich, gesundheitlich, familiär, Gassigehen) außerhalb seines Zuhauses angetroffen wird, zahlt die berühmten 135 Euro Bußgeld. Lediglich an Heiligabend, 24. Dezember, wird eine Ausnahme gemacht.

Skiferien abgesagt: Keine Ausnahme für die Alpes-Maritimes

Trotz der Lockerungen solle im Job weiterhin Telearbeit der Vorzug gegeben werden, sofern möglich. Restaurants und Cafés dürfen auf keinen Fall vor dem 20. Januar wieder öffnen. Und auch Skifahrer und Skigebiete trifft eine Entscheidung von heute Morgen hart: Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi hatte alle Anstrengungen unternommen, um für die Skigebiete der Seealpen eine Sonder-Eröffnungs-Genehmigung zu erhalten – vergebens. Auch an der Côte d’Azur stehen die Lifte während der Weihnachtsferien still. Wann sie tatsächlich in Betrieb gehen dürfen, ist noch offen. Diskutiert wird offenbar der 7. Januar, abhängig wiederum von der Entwicklung der Coronalage bis dahin.

Ein Blick auf die aktuellen Corona-Zahlen:

Frankreich (Stand gestern, 10. Dezember)
Die Zahl der täglichen Neu-Infektionen ist seit gut zwei Wochen relativ stabil zwischen 12.000 und 14.000. Um alle Lockerungen wie geplant zu genehmigen, war eine Zahl von täglich 5000 anvisiert worden.

• 13.750 Neu-Infizierte in 24 Stunden
• 2959 Menschen auf der Intensivstation (-82 in 24 Stunden)
• 25.231 Menschen im Krankenhaus (-327 in 24 Stunden)
• 58,3 Prozent Auslastungsgrad in den Intensivstationen (bezogen auf die ursprüngliche Bettenkapazität, die seit Ausbruch der Pandemie jedoch erhöht wurde)
• 2865 beobachtete Infektionsherde (Cluster), darunter 1226 in Seniorenheimen (Zahlen vom 7.12.)
• 297 Tote (im Krankenhaus) in 24 Stunden (56.940 seit Ausbruch des Virus, Krankenhaus und Altenheime)
• 0,58 R-Wert (Anzahl der Personen, die von einer infizierten Person durchschnittlich angesteckt werden; Daten vom 28.11.)
• Inzidenzrate: 108,7 (Infizierte je 100.000 Menschen; Daten von vor vier Tagen)

Region Provence-Alpes-Côte d’Azur (PACA)
Betrachtet werden die jüngsten Zahlen der regionalen Gesundheitsbehörde ARS PACA, veröffentlicht am gestrigen Donnerstag, 10. Dezember. Auch in der Region spiegelt sich die nationale Entwicklung wider: Nach Wochen des Sinkens der Zahlen haben sie sich nun stabilisiert. Besser werden die Zahlen nach wie vor in den Krankenhäusern – heute noch eine Folge der sinkenden Zahlen nach Beginn des aktuellen Lockdowns. Die Alpes-Maritimes sind in der Region PACA aktuell das Departement mit der höchsten Viruszirkulation (7-Tages-Inzidenz: 151, nationaler Durchschnitt: 108,7)

• 3971 Menschen sind seit Beginn der Pandemie an oder mit Covid-19 verstorben
• 871 Menschen mit Covid-19 werden im Krankenhaus behandelt (-10 in 24 Stunden).
• 312 von ihnen auf der Intensivstation (-13 in 24 Stunden)
• 23 Menschen mit Covid-19 sind in den vergangenen 24 Stunden im Krankenhaus gestorben
• 85,8 Prozent der Intensivbetten in der Region sind belegt (65 Prozent der ursprünglichen Kapazitäten)
• 596 aktive Cluster
• Inzidenzrate: 126 (Vorwoche: 136)
• 1046 Menschen befinden sich im Anschluss an ihre Covid-19-Erkrankung in einer Reha-Einrichtung (+1 in 24 Stunden)

Ein Blick in die größten Departements der Region PACA

Alpes-Maritimes
• 212 Menschen sind hospitalisiert (-3 in 24 Stunden)
• 59 von ihnen liegen auf der Intensivstation (+1 in 24 Stunden)
• 78,5 Prozent der Intensivbetten sind belegt
• 469 Menschen sind seit Beginn der Krise mit Corona im Krankenhaus verstorben (+5 in 24 Stunden)
• 7-Tages-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner in einer Woche): 151

Bouches-du Rhône
• 339 Menschen sind hospitalisiert (+1 in 24 Stunden)
• 183 von ihnen liegen auf der Intensivstation (-11 in 24 Stunden)
• 88,5 Prozent der Intensivbetten sind belegt
• 1571 Menschen sind seit Beginn der Krise mit Corona im Krankenhaus verstorben (+12 in 24 Stunden)
• 7-Tages-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner in einer Woche): 129

Var
• 92 Menschen sind hospitalisiert (-6 in 24 Stunden)
• 42 von ihnen liegen auf der Intensivstation (-1 in 24 Stunden)
• 88,9 Prozent der Intensivbetten sind belegt
• 425 Menschen sind seit Beginn der Krise mit Corona im Krankenhaus verstorben (+3 in 24 Stunden)
• 7-Tages-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner in einer Woche): 96

Monaco
Im Fürstentum wurden am gestrigen Donnerstag zwei neue Fälle bekannt, wobei nur die Zahlen der in Monaco lebenden Menschen in die Statistik einfließen. Seit Beginn der Pandemie wurden in Monaco insgesamt 657 Menschen positiv auf Covid-19 getestet.
Aktuell werden neun Patienten mit Covid-19 stationär im CHPG behandelt, darunter zwei Menschen auf der Intensivstation (ein Resident).
25 positiv Getestete mit geringen Symptomen befinden sich in häuslicher Quarantäne und werden vom Centre de Suivi à Domicile betreut.

Tracking-App: TousAntiCovid
Seit dem 22. Oktober steht in Frankreich die neue Version der Anti-Corona-App zum Download bereit. „TousAntiCovid“ soll helfen, Kontaktpersonen im Falle einer Covid-19-Infektion zu benachrichtigen. Die neue App sei leistungsfähiger, außerdem informiert sie tagesaktuell über die Schlüsselzahlen wie die Anzahl der Neuinfektionen, die 7-Tage-Inzidenz von Infektionen pro 100.000 Einwohnern sowie die Bettenauslastung in den Krankenhäusern.

Ausgeh-Bescheinigung: Wann braucht man sie? Wo kann sie heruntergeladen werden?
Wie schon beim Lockdown im Frühjahr hat die französische Regierung eine Ausgeh-Bescheinigung (attestation de déplacement dérogatoire) vorbereitet, die ausgefüllt entweder digital oder ausgedruckt mitzuführen ist, sobald man sein Zuhause verlässt. Die attestation lässt sich neben der genannten Seite der Regierung auch in Sekundenschnelle über die Anti-Corona-App „TousAntiCovid“ ausfüllen.

Um das Zuhause verlassen zu dürfen, braucht es noch bis 14. Dezember einschließlich einen der folgenden Gründe:
- Einkauf 
- zur Arbeit und zurück nach Hause fahren; Kinder zur Schule bringen oder abholen
- medizinische Gründe
- zwingende familiäre Gründe
- Hilfe bedürftiger Menschen
- gerichtliche oder administrative Vorladungen
- ehrenamtliche Hilfe wie das Verteilen von Lebensmitteln
- drei Stunden täglich, um Sport zu machen oder seinen Hund auszuführen, im Radius von 20 Kilometern ums eigene Domizil

Wo kann man sich testen lassen?
Frankreichweit gilt: Covid-19-Tests werden ohne Rezept und kostenlos für jeden angeboten. Eine Karte mit den Testlaboren der Region PACA finden Sie hier. Wegen des hohen Andrangs haben Menschen mit Rezept, Menschen mit Symptomen, Risikopersonen und im Gesundheitssektor Beschäftigte Vorrang.