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Coronavirus: 15 Tote in einem Altenheim in Mougins

WISSENSWERT

Tag 15 der Ausgangssperre in Frankreich. Um gut 500 ist die Zahl der bestätigten Covid-19-Fälle in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur (Sud/PACA) innerhalb von 24 Stunden gestiegen – auf 4550 Fälle gestern Mittag um 14 Uhr. 1244 von ihnen werden stationär im Krankenhaus behandelt, 295 davon auf der Intensivstation. 82 Menschen sind in der Region seit Ende Februar am Coronavirus verstorben – allein 15 davon in einem Altenheim in Mougins (Alpes-Maritimes), wie jetzt bekannt wurde. Weitere News zum Thema aus Frankreich und von der Côte d’Azur:

Frankreich
Frankreichweit lag die Zahl der nachweislich Infizierten gestern Mittag um 14 Uhr bei 44.550 Menschen (plus 4300 in 24 Stunden). 23.461 Menschen in Europa sind bislang an Covid-19 gestorben (plus 2500 in 24 Stunden) ; in Frankreich gibt es derzeit 3024 Tote zu beklagen (plus 400 in 24 Stunden). Weitere Zahlen, Statistiken und Informationen rund um die Corona-Pandemie veröffentlicht die nationale Gesundheitsbehörde Santé publique France täglich online. 

Monaco
In Monaco sind gestern erneut drei neue Fälle bestätigt worden. Damit erhöht sich die Gesamtzahl im Fürstentum auf 49 an nachweislich an Covid-19 erkrankten Menschen. Vor zwei Tagen, am Sonntag, hätten sich zwei von ihnen auf der Intensivstation des Krankenhauses befunden – die mit 26 Betten ausgestattet ist. Zwölf weitere würden stationär behandelt. Man fühle sich gewappnet für den Höhepunkt der Krise, sagte ein Mediziner des CHPG gegenüber monaco matin. Übrigens: In der Notaufnahme (getrennt von der Aufnahme von Covid-19-Patienten) sei weniger los als üblich – die Zahl der häuslichen Unfälle und der Verletzungen beim Heimwerken allerdings gestiegen.

Altenheim Mougins
15 innerhalb von zehn Tagen am Coronavirus verstorbene Menschen zählt ein Altenheim in Mougins. Untersuchungen, wie es zu der Häufung an Fällen unter den rund 100 Heimbewohnern kommen konnte, sind im Gange. Der Leiter der Einrichtung sagte gegenüber der lokalen Presse, alle erforderlichen Hygienevorschriften seien eingehalten worden.

Post
Die Post hatte angekündigt, Zustellungen ab dieser Woche vorläufig nur noch mittwochs, donnerstags und freitags vorzunehmen. Der Maßnahme fällt auch die regelmäßige Zustellung der per Post gelieferten Tagespresse zum Opfer. An der Côte d’Azur regt sich Widerstand.

Frischemärkte
Frischemärkte dürfen derzeit nur mit Ausnahmegenehmigung öffnen. Der Präfekt der Alpes-Maritimes hat gewissen Märkten in folgenden Gemeinden auf Gesuch der Bürgermeister grünes Licht gegeben: Peymeinade, Mouans-Sartoux, La Roquette-sur-Siagne, Théoule-sur-Mer, Villeneuve-Loubet, Cagnes-sur-Mer, Beaulieu-sur-Mer, Monaco, Beausoleil, Eze, Roquebrune-Cap-Martin, Menton, Sospel, Contes, Peillon, Guillaumes. Weitere Anfragen werden noch geprüft.

ExpoRose – ein weiteres Opfer der Krise
Die jährliche Rosen-Ausstellung in Grasse fällt in diesem Jahr wie ungezählte andere Veranstaltungen dem Virus zum Opfer. Die 50. Ausgabe von „ExpoRose“ hätte Anfang Mai stattfinden sollen, wird nun aber aufs nächste Jahr verschoben.

Vor 300 Jahren: die erste Ausgangssperre in der Provence
Kleiner Blick in die Geschichtsbücher (dank unserer Kollegen von nice matin und Wikipedia): Vor ziemlich genau 300 Jahren, am 20. Juni 1720, kam die Pest nach Marseille und raffte von dort 120.000 Provenzalen dahin – ein Drittel der damaligen Bevölkerung im Südosten Frankreichs. Einige sagen, die Krankheit gelangte an Bord eines syrischen Schiffes in den Hafen der Stadt. Jüngere Forschungen gehen davon aus, dass es sich um ein Wiederaufflammen des Pestbazillus aus dem Mittelalter handelte, das zwischen 1342 und 1353 fast die Hälfte der europäischen Bevölkerung ausradiert hatte.
Hier gibt’s die ganze Geschichte.

Lichtblick des Tages
Die Initiative „SOS Papy médecin“ – in Anspielung auf den Notdienst SOS médecin, nur diesmal von „Opas“ durchgeführt – hilft bei der Entgegennahme telefonischer Notrufe in den Alpes-Maritimes. Rund 680 Ärzte im Ruhestand leben an der Côte d’Azur. Mehr als 100 von ihnen haben sich sofort bereit erklärt mitzumachen. Wenn in den Notrufzentralen des Departements Alpes-Maritimes zu viele Anrufe eingehen, sitzen sie bei sich zu Hause am Telefon bereit, um die umgeleiteten Notrufe entgegen zu nehmen. Natürlich ehrenamtlich.