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Coronavirus: Maßnahmen zur Ausgangssperre verschärft

WISSENSWERT

Tag drei der Ausgangssperre in Frankreich. Während die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen an der Côte d’Azur und den Nachbardepartements (Region PACA) auf 566 gestiegen ist (Stand: Mittwochabend), gilt der dringende Appell der Regierung weiterhin allen Bürgern, sich an die Ausgangssperre zu halten. Die Maßnahmen zur Einhaltung des „confinement“ werden verschärft. Heimreisen innerhalb des EU-Raums bleiben möglich.

Fallzahlen im Süden
In der Région Sud/PACA (Provence-Alpes-Côte d’Azur) waren am gestrigen Mittwochabend insgesamt 566 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. 24 Stunden vorher lag die Zahl bei 489.
303 der 566 Infizierten befinden sich im Departement Bouches-du-Rhône, 110 in den Alpes-Maritimes, 103 im Var sowie 7 in den Alpes-de-Haute-Provence, 15 im Vaucluse und 32 in den Hautes-Alpes. 178 der nachweislich Infizierten befinden sich im Krankenhaus, darunter 33 auf der Intensivstation. Gestorben sind in der Region PACA bislang sieben Menschen am Coronavirus.
Nach wie vor gilt, im Verdachtsfall (Husten und Fieber) zunächst den Hausarzt anzurufen. Verschlimmern sich die Symptome (Atembeschwerden), ist der Rettungsdienst unter der Notrufnummer 15 zu verständigen.

Ausgangssperre
Seit Dienstag, 12 Uhr, gilt frankreichweit für vorerst mindestens 15 Tage eine Ausgangssperre. Die Präfekten der Departements an der Côte d’Azur unterstreichen, dass Spaziergänge und Freizeitaktivitäten im Wald, in den Bergen und überhaupt an der frischen Luft grundsätzlich verboten sind. Erlaubt sind lediglich Gassi-Gänge mit dem Hund oder Jogging-Runden sowie kleine Spaziergänge in direkter Umgebung seines Zuhauses – sofern man eine entsprechende attestation de déplacement dérogatoire mit Angabe seiner Adresse mit sich führt. Das Bußgeld bei Zuwiderhandlung liegt mittlerweile bei 135 bis 375 Euro. Frankreichweit sind am gestrigen Mittwoch mehr als 4000 Bußgelder verhängt worden. Heute Nachmittag war über der Altstadt in Nizza eine Drohne unterwegs, um per Lautsprecherdurchsage das Einhalten der Ausgangssperre einzufordern.

Strand-Verbot
Ab heute ist der Zugang zu sämtlichen Stränden im Departement Alpes-Maritimes offiziell gesperrt. Ab morgen früh, 20. Marz, 7 Uhr, bis mindestens 31. März gilt das Gleiche auch für die gesamte Küste des Departements Var.

Rückreise ins Heimatland
Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian unterstreicht an der Seite weiterer Minister, dass die Außengrenzen des Schengen-Raumes seit dem 17. März für 30 Tage geschlossen bleiben. EU-Bürger (sowie Briten) dürfen jedoch weiterhin in ihr Heimatland einreisen, um nach Hause zu gelangen. Eine Einreise nach Frankreich ist in dieser Zeit Nicht-EU-Bürgern nur in Ausnahmefällen gestattet, etwa, wenn sie ihren Hauptwohnsitz in Frankreich haben. Die Ausreise aus Frankreich wiederum bleibt grundsätzlich jedem erlaubt.

Flüge ab Nizza
Der Flughafen Nizza bleibe in jedem Fall geöffnet, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme des Airports. Allerdings werden sämtliche Flüge seit Dienstag, 17. März, und für unbestimmte Zeit ausschließlich über das Terminal 2 abgewickelt.

Positiv getestet: Fürst Albert II.
Nach prominenten Infizierten an der Côte d’Azur wie Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi und Monacos Staatsminister Serge Telle ist nun auch Fürst Albert II. positiv auf Covid-19 getestet worden, wie heute Nachmittag aus dem Fürstenpalast bekannt wurde. Sein Gesundheitszustand sei nicht besorgniserregend und er arbeite von Zuhause aus weiter. Bis gestern Abend lag die Zahl der im Fürstentum positiv Getesteten seit Montag unverändert bei neun.

Aus für Veranstaltungen an der Côte d’Azur
Der Automobilsport-Verband FIA hat heute angekündigt, dass die für Mai geplanten Rennen der Formel 1 auf einen noch zu bestimmenden späteren Termin verlegt werden. Darunter fällt auch der Grand Prix, der üblicherweise im Mai in Monaco stattfindet.
Aus Cannes verlautet, dass die wichtige internationale Messe der Werbebranche, Cannes Lions, von Juni auf Oktober verschoben wird.
Der Golf von Saint-Tropez wird in diesem Jahr ohne sein Harley-Davidson-Festival auskommen müssen.

Hotels schließen
Zahlreiche Hotels schließen überdies vorübergehend, darunter beispielsweise das Negresco in Nizza, das Métropole in Monaco und Terre Blanche im Var.

Medikamente
Die Regierung Monacos hat mitgeteilt, dass die Apotheken des Fürstentums Medikamente nach Hause liefern, sofern nötig.

Solidarität
Zahlreiche Solidaritätsbewegungen wie etwa Nachbarschaftshilfe (beispielsweise Einkäufe für ältere Mitbürger) sind auch an der Côte d’Azur zu beobachten.
Die Bürgermeister von Cannes und Mandelieu-La-Napoule haben angekündigt, im Bedarfsfall ihre Kongresszentren für die Einrichtung von Notkrankenhäusern zur Verfügung zu stellen.
Die Stadt Nizza hat eine „Solidaritäts-Telefonnummer“ für ältere, alleinstehende Menschen eingerichtet. Sie können sich unter der Nummer 04 97 13 56 00 melden, um Hilfe etwa für Arztbesuche oder Einkäufe anzufordern oder Fragen zu stellen.