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Frühe Hitzewelle gefährdet Olivenernte in den Alpes-Maritimes

GOURMET

Nach den Rekordtemperaturen bereits Ende Juni und Anfang Juli leidet die Landwirtschaft im gesamten Hexagon. Besonders stark betroffen sind die Olivenbauern, die im Departement Alpes-Maritimes diesen Herbst mit Ernte-Einbußen von gut 40 Prozent rechnen. Der Klimawandel wird immer spürbarer: Kaum eine Ernte verläuft mehr ohne Komplikationen durch extreme Wetterlagen, so ein Vertreter der Landwirtschaftskammer zur lokalen Presse.

Die Effekte der großen Hitzewelle Anfang des Sommers kommen in ganz Frankreich langsam zum Vorschein, besonders stark betroffen sind die Olivenbauern.Die Effekte der großen Hitzewelle Anfang des Sommers kommen in ganz Frankreich langsam zum Vorschein. Es sind zwar alle landwirtschaftlichen Bereiche betroffen – unter anderem mussten Gemüsebauern im Schnitt 40 Prozent Ernte-Verluste einstecken und die Hälfte des für Vieh angebauten Futters blieb aus – doch im Süden haben vor allem die Olivenbauern immer größere Schwierigkeiten, sich vor den Launen des Klimas zu schützen.

Manche Olivenbauern gehen von einem Verlust von bis zu 95 Prozent ihrer Ernte trotz gut bewässerter Felder aus, während andere etwas mehr Glück hatten; in Grasse beispielweise wird mit Verlusten von nur rund 10 Prozent gerechnet. Mehr als der Mangel an Wasser waren es vor allem die extremen Temperaturen Anfang des Sommers, die kurz nach der Blüte der Bäume einsetzte, die für die hohen Verluste verantwortlich seien. Die Hitze rief bei den Bäumen Stress hervor, gegen den sich diese daraufhin schützten, indem sie ihre Früchte abstießen.

Olivenbäume zeigen Anpassungsschwierigkeiten
Frankreich gehört mit 5000 Tonnen jährlich zu den größten Olivenölproduzenten der Welt. Doch es wird für die Landwirte immer schwerer, diesen Baum zu kultivieren, der nicht sehr anpassungsfähig auf den Klimawandel reagiert. In den vergangenen acht Jahren gab es in den Alpes-Maritimes kaum eines ohne Komplikationen – wenn es keine Hitzewelle gab, dann kam Frost, so ein Vertreter der lokalen Landwirtschaftskammer. Die Anzahl der Bauern, die ausschließlich auf Oliven setzen, sei im Departement in den letzten Jahren auf gerade mal zehn zurückgegangen.

Die Landwirtschaftskammer schätzt die Verluste für 2019 in den Alpes-Maritimes auf gut 40 Prozent. Diese Zahl könnte bei Privatpersonen noch höher liegen, die ihre Bäume nicht intensiv pflegen. Dennoch ist die Verlustschwelle noch nicht erreicht, bei der Landwirte Hilfe vom Staat beantragen könnten.

JM