Haupt-Reiter

Frankreich-Premiere: 5G für Nizza – ultraschneller Mobilfunk

WIRTSCHAFT

Nizza ist einmal mehr tonangebend: Die Mittelmeermetropole verfügt seit vergangenem Freitag, 20. November, als erste Stadt Frankreichs über 5G – den neuesten Mobilfunkstandard. Vorerst rund die Hälfte der Bevölkerung hat dort seither Zugang zum superschnellen mobilen Internet. Montpellier, Bordeaux, Nantes, Marseille und Paris sollen folgen.

Hinter der Versorgung der "Smart City" Nizza mit der neuen 5G-Technik, dem theoretisch bis zu 100-mal schnelleren Nachfolger von 4G, steckt der Netzanbieter SFR.

Für Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi ist der Schritt ein weiteres Attraktivitäts-Element, mit dem die Region punkten will. "Ich habe schnell begriffen, dass Städte, die nicht pünktlich über 5G verfügen, an Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit verlieren werden", sagte er in einem Interview mit Le Figaro. Er sieht zahlreiche Einsatzmöglichkeiten, bei denen die Technologie wichtige Vorteile bringen kann – vom autonomen Fahren und dem Smart-Home über den Gesundheitssektor bis zum Tourismus.

Wie schon das benachbarte Monaco, das bereits seit Juli 2019 flächendeckend über 5G verfügt, hat die Stadt Nizza beim Aufbau des 5G-Netzes mit dem chinesischen Telekommunikations-Riesen Huawei zusammen gearbeitet.

In den Genuss der 5G-Technik kommt allerdings auch in Nizza nur derjenige, der über ein 5G-fähiges Smartphone (Apple hat gerade eines herausgebracht) sowie ein 5G-Paket verfügt. Letzteres bietet SFR ab 40 Euro monatlich an (inkl. 80 GB Datenvolumen). In den kommenden Wochen soll die gesamte Bevölkerung von Nizza die Möglichkeit haben, 5G zu nutzen.

Nach Nizza plant SFR die Einführung von 5G in weiteren Städten, mit denen derzeit verhandelt wird: Montpellier, Bordeaux, Nantes, Marseille und Paris.

Kritiker der neuen Technologie befürchten eine höhere Strahlenbelastung durch 5G und dadurch noch nicht zu kalkulierende gesundheitliche Auswirkungen.