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Frankreich schränkt öffentliches Leben drastisch ein

WISSENSWERT

Seit dem gestrigen Sonntag gilt wegen der Coronakrise frankreichweit “stade 3”, die dritte und damit höchste Stufe im Kampf gegen Epidemien. Neben Schulen, Unis und Kindergärten müssen auch Cafés, Restaurants, Kinos, Museen etc. bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Kontakte zu anderen Menschen sind weitestgehend einzustellen. In Monaco wurde Staatsminister Serge Telle positiv auf Covid-19 getestet, in Nizza Bürgermeister Christian Estrosi.

Geöffnet sind in Frankreich nur noch Supermärkte, Apotheken, Tankstellen und weitere essentielle Einrichtungen, darunter in Teilen der öffentliche Personenverkehr. Arbeitnehmer sollen nach Möglichkeit von zu Hause aus arbeiten.

Informationen zum Coronavirus werden unter der nationalen Telefonnummer 0800 130 000 rund um die Uhr erteilt. Außerdem wird die entsprechende Website der Regierung ständig aktualisiert. 

Staatspräsident Emmanuel Macron kündigt für heute Abend um 20 Uhr eine weitere Rede an die Nation an. Aus Angst vor einer weiteren Verschärfung der Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus bildeten sich an der Côte d’Azur heute Morgen enorme Schlangen in und vor Supermärkten. 

Reisende zwischen Frankreich und Deutschland

Deutschland verschärft seit heute Vormittag, 8 Uhr, seine Grenzkontrollen an den Grenzen zu Frankreich, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Dänemark. Einreisende Deutsche sollen jedoch weiterhin in ihr Heimatland zurückkehren dürfen. Bei Fragen für Deutsche in Süd-Ost-Frankreich ist das Generalkonsulat Marseille zuständig: Tel. +33 (0)4 91 16 75 20. In Notfällen außerhalb der Öffnungszeiten gilt folgende Mobil-Nummer: +33 (0) 6 15 09 41 03.
Wichtige Informationen für Reisende veröffentlichen die Konsulate auch online.

Die Zahl der bestätigten Covid-19-Fälle im Departement Alpes-Maritimes betrug gestern Abend 73 - das waren 16 Fälle mehr als am Vortag. Der Gesundheitszustand der Patienten sei nicht besorgniserregend, nach wie vor mit einer Ausnahme: einem italienischen Staatsbürger, der Ende Februar positiv getestet worden war.

Monaco meldet heute Vormittag einen neunten Fall. Dabei handelt es sich um Staatsminister Serge Telle. Er zeige wenig Symptome und arbeite von zu Hause aus weiter. Am heutigen Nachmittag wurde überdies bekannt, dass auch Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi positiv getestet wurde. Auch er setze seine Arbeit - speziell im Kampf gegen das Virus - ab sofort von zu Hause aus fort, heißt es.

Stattgefunden hat trotz aller staatlich angeordneten Vorsichtsmaßnahmen gestern frankreichweit die erste Runde der Kommunalwahlen. Wie zu erwarten war, hat es einen neuen Negativ-Rekord in Sachen Wahlbeteiligung gegeben. Ob es dort, wo kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht hat, zur zweiten Runde am kommenden Sonntag kommen wird, ist derzeit mehr als fraglich.