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Frankreich verhängt Ausgangssperre - Konsulat ist für Fragen da

WISSENSWERT

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat, wie gestern Abend in seiner neuerlichen Rede an die Nation angekündigt, die vorläufigen Verhaltensregeln für die Bürger verschärft. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, darf das eigene Heim nur noch mit einer “attestation” verlassen werden - unter anderem, um Lebensmittel einzukaufen. Das deutsche Generalkonsulat in Marseille ist erreichbar für dringende Fragen deutscher Staatsbürger und verweist auf die ständig aktualisierte Website des Auswärtigen Amtes zu Reiseregelungen und weiteren Informationen rund um Covid-19.

Wie bereits erwartet, hat Staatspräsident Macron gestern Abend in seiner Fernsehansprache eine Ausgangssperre angekündigt, die ab heute Mittag, 12 Uhr, greift und für vorerst 15 Tage gelten soll. Die Menschen in Frankreich dürfen ihre Wohnungen oder Häuser im Wesentlichen nur noch verlassen, um zum Arbeitsplatz zu gelangen, sofern Tele-Arbeit nicht möglich ist, um zum Arzt oder zur Apotheke zu gehen oder um Lebensmittel einzukaufen. Jeder, der sein Zuhause verlässt, muss eine selbst ausgefüllte und unterzeichnete attestation de déplacement dérogatoire (hier herunterzuladen und auszudrucken) mitführen. Wer sich nicht an die Auflagen halte, riskiere ein Bußgeld zwischen 38 und 135 Euro.

Noch am Sonntag waren die Franzosen und vor Ort lebende EU-Bürger zur ersten Runde der Kommunalwahlen an die Urnen gerufen worden. Gestern Abend kündigte Macron eine Verschiebung der für kommenden Sonntag geplanten zweiten Runde an.

Generalkonsulat Marseille

Das Generalkonsulat Marseille, das für deutsche Staatsbürger im Südosten Frankreichs zuständig ist, hält eine Notbesetzung aufrecht und ist für dringende Fragen telefonisch erreichbar unter den Nummern +33 (0)4 91 16 75 20 und +33 (0) 6 15 09 41 03. Antworten auf viele Fragen und ständig aktualisierte Informationen rund um die Bekämpfung des Coronavirus finden sich auf der möglichst vorab zu konsultierenden Website des Auswärtigen Amtes.

“Wir befinden uns alle in einer Situation, die wir noch nie erlebt haben”, sagte Wolfgang Thoran, Stellvertreter der Generalkonsulin in Marseille, der RivieraZeit. “Aber wir sind auf Notfälle eingestellt und für Deutsche in Frankreich da.”

Er betonte, dass eine Einreise für Deutsche von Frankreich nach Deutschland weiterhin möglich sein werde. Rückholaktionen, wie es sie etwa für Kreuzfahrer in der Karibik geben werde, seien daher aus Frankreich nicht vorgesehen. Wer seine Rückfahrt mit dem Auto allerdings etwa über Italien plane, müsse sich vorher selbst bei den italienischen Behörden informieren, inwieweit das möglich ist. Es empfiehlt sich, eine deutsch-französische Grenze zu nutzen, anstatt über dritte Staaten zu fahren.

Grundsätzlich rät das Generalkonsulat Marseille denjenigen, die in der kommenden Zeit aus Südfrankreich nach Deutschland zurückkehren müssen oder wollen, die Reise “lieber heute als morgen” anzutreten.

Medikamente aus Deutschland

Wer als deutscher Staatsbürger mit Zweitwohnsitz in Südfrankreich deshalb nach Deutschland zurückreisen wolle, weil ihm beispielsweise wichtige Medikamente ausgehen (diese Frage wurde von Lesern an die RZ herangetragen), für den komme auch folgende Lösung in Frage, so Wolfgang Thoran: Der Patient könne sich an seinen Hausarzt in Deutschland wenden, der dann ein Rezept ausstellen und dies an eine deutsche Apotheke weiterleiten würde, die internationalen Versand betreibt. Die Medikamente würden dann per Post zum Patienten nach Frankreich geschickt.

Alternativ könne man auch versuchen, mit dem deutschen Rezept in einer französischen Apotheke an entsprechende Medikamente zu kommen. In gewissen Fällen gelinge dies.