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Juliette Gréco stirbt im Alter von 93 Jahren in Ramatuelle

KUNST & KULTUR 

Juliette Gréco, die letzte Existenzialistin und schon zu Lebzeiten ein Mythos, ist tot. Die Sängerin verstarb gestern im Alter von 93 Jahren - der lokalen Presse zufolge in ihrer Villa Maïa in Ramatuelle-L’Escalet bei Saint-Tropez.

Wie der Bürgermeister des kleinen Ortes, Roland Bruno, sagte, habe er Juliette Greco zuletzt vor zwei Monaten gesehen: “Sie war sehr erschöpft”. Eine Freundin, die sie diesen Sommer in ihrer Villa über dem Meer besucht habe, erinnert sich an eine abgemagerte Gestalt, die in ihrem Wohnzimmer lag, deren Blick ins Leere ging und die kein Wort sprach. 

An der Côte d’Azur sollte sie ihren Lebensabend verbringen, dort, wo sie über die Jahrzehnte immer wieder die Großen aus Kunst und Kultur traf, Schauspieler, Sänger, Autoren, Künstler. 2003 wurde ihr in Carros im benachbarten Departement Alpes-Maritimes schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt mit einem nach ihr benannten Festsaal.

Was tat sie in den vergangenen Jahren den ganzen Tag in ihrem herrlichen Haus in Ramatuelle? "Ich denke viel nach, bin einfach da", sagte sie im Vorfeld ihres 90. Geburtstags versonnen. Für mich ist einfach jeder Augenblick der beste meines Lebens!" Von diesen Augenblicken hat es viele gegeben – hier und in Saint-Germain, mit Sartre, Beauvoir, Camus, Giacometti. "Es waren magische Jahre", urteilte sie da. Überhaupt sprach sie gern von vergangenen Zeiten, auch über ihre Liebe zu Frauen, auch über ihre Angst vor dem Ende.

Lesen Sie hier unser Porträt der Künstlerin zu ihrem letzten runden Geburtstag und jenes zum 85.