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Kino-Kurzrezensionen: Filme, die Sie nicht verpassen sollten!

KULTUR

Was läuft eigentlich gerade im Kino? RZ-Filmexpertin Kirsti Stach nimmt Frankreichs Kinostarts unter die Lupe. Hier ihre Tipps für vielversprechende Filmabende – diesmal rund um starke Frauen.

Emma Peeters
Start: 18. Dezember 2019

Nach erfolglosen Jahren des Kampfes als Schauspielerin in Paris Fuß zu fassen, beschließt Emma Peeters (Monia Chokri) an ihrem bevorstehenden 35. Geburtstag Selbstmord zu begehen. Sie möchte in ihrem Leben einmal etwas richtig machen und dabei erfolgreich sein. Während der akribischen Planung ihres Suizids findet Emma ausgerechnet in dem Bestattungsunternehmer Alex (Fabrice Adde) einen behilflichen Verbündeten …
Mit der schwarzhumorigen Komödie aus der Feder der belgisch-amerikanischen Regisseurin Nicole Palo möchte uns eben diese an die «pure Freude am Leben» erinnern. In der Ära des permanenten Suchens nach Glück und Selbstoptimierung feiert der mit schönen Bildern und Musik zum Wohlfühlen unterlegte Film die menschliche Existenz in einer sich immer schneller drehenden Welt. Eine Ode an die Liebe und das Leben.

Belgien 2018; 87 Minuten; R: Nicole Palo; D: Monia Chokri, Fabrice Adde, Stéphanie Crayencour, Andréa Ferréol, Anne Sylvain, Jean-Henri Compère

 

Tout peut changer – Et si les femmes comptaient à Hollywood
Start: 19. Februar

Gleich zu Beginn der 2020er-Jahre erwartet uns eine bewegende Dokumentation, die von sich reden machen wird. Unter der Regie von Tom Donahue und produziert von Oscar-Preisträgerin Geena Davis («Thelma und Louise») konzentriert sich dieser Film auf die Unterrepräsentation von Frauen in Hollywood.

Nicht erst mit dem Aufkommen der #MeToo-Bewegung im Herbst 2017 machen starke Frauen auf Gender-Ungerechtigkeit und sexuelle Belästigungen im Beruflichen wie Privaten aufmerksam. Seit vielen Jahren setzt sich die Schauspielerin und Filmproduzentin Geena Davis für mehr Rollen und größeren Einfluss von Frauen in der Film- und Fernsehindustrie ein.

In der Doku (Originaltitel «This changes everything») kommen bekannte weibliche Stimmen Hollywoods zu Gehör, darunter Meryl Streep, Cate Blanchett und Davis selbst. Jahrzehntelange Diskriminierung von Frauen vor und hinter der Kamera hebt Regisseur Donahue hervor, wobei er und seine Mitwirkenden auch nach Lösungen suchen, die über die amerikanischen Grenzen hinausgehen. Geballte Frauenpower!

USA 2019; 95 Minuten; R: Tom Donahue; D: u.a. Geena Davis, Meryl Streep, Reese Witherspoon, Cate Blanchett, Natalie Portman, Jessica Chastain, Shonda Rhimes

 

Judy
Start: 26. Februar

Noch ein starker Frauenfilm: „Judy“ erzählt vom bewegten Leben der amerikanischen Schauspielerin und Sängerin Judy Garland («Der Zauberer von OZ»). Gefeiert als Kinderstar beim Studio Metro-Goldwyn-Mayer in der 1930er-Jahren, zeigt das Biopic die Lebenssituation Garlands kurz vor ihrem tragischen Tod im Alter von nur 47 Jahren.

Im Zentrum des Films steht die ausverkaufte Konzerttour der so exzentrischen wie zutiefst verletzlichen Sängerin 1968 in London. Wir sehen eine gebrochene Frau, die mit den Schattenseiten des frühen Erfolgs zu kämpfen hat. Der stetige Druck von außen, perfekt zu funktionieren, führte zu langjährigem Alkohol- und Drogenmissbrauch. Das Scheitern von vier Ehen und das verzweifelte Bemühen, ihren drei Kindern eine gute Mutter zu sein, setzen ihr ebenfalls hart zu.

Renée Zellweger («Chicago») schafft es durch ihr präzises Spiel, die ambivalente Persönlichkeit der Diva so auf die Leinwand zu bringen, dass einem die Tragik dieser innerlich unglücklichen Frau im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit unter die Haut fährt. Oscarreife Leistung Zellwegers!

USA 2019; 118 Minuten; R: Rupert Goold; D: Renée Zellweger, Finn Wittrock, Rufus Sewell, Jessie Buckley, Bella Ramsey, Michael Gambon, Gemma-Leah Devereux