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Macron-Rede: Plötzlich Schule für alle, kurz vor den Ferien

FRANKREICH

In seiner vierten Rede an die Nation seit Ausbruch der Corona-Pandemie hat Staatspräsident Emmanuel Macron am Sonntagabend grob umrissen, wie es ab Juli im Hinblick aufs Krisenmanagement weitergehen soll. Einige konkrete Infos gab es auch – etwa, dass ab 22. Juni, zwei Wochen vor Ferienbeginn, alle Schüler von der Vorschule bis zum collège (Mittelstufe) wieder die Schulbank drücken sollen.

Seine Rede war vergleichsweise kurz dieses Mal, knapp 20 Minuten, und statt ins Detail zu gehen, betonte der Präsident, welche Aufgaben in den kommenden Monaten Priorität haben sollen. Um den Herausforderungen der Pandemie zu begegnen, will er auf fünf Säulen setzen: „mehr Souveränität, mehr Europa, mehr Ökologie, mehr Solidarität und mehr Dezentralisierung“.

Die Wirtschaft solle schleunigst wieder angekurbelt werden. 500 Milliarden Euro habe der Staat dazu bereitgestellt. Gleichzeitig betonte Macron, dass die Mittel nicht durch Steuererhöhungen gegenfinanziert werden sollen.

Ab heute sind sämtliche Departements in Kontinentalfrankreich „grün“ klassifiziert, was Viruszirkulation, Test- und Intensivbetten-Kapazitäten betrifft. Das bedeutet, dass auch im zuletzt „orange“ eingestuften Großraum Paris ab sofort – und nicht erst ab kommendem Montag, wie bislang geplant – Restaurants und Cafés auch ihre Gaststuben wieder öffnen dürfen. Zuletzt durfte dort nur auf Terrassen serviert werden. Krippen und Schulen müssen am 22. Juni wieder für alle Schüler öffnen, der Besuch sei verpflichtend. Und bestätigt hat Macron erneut, dass die zweite Runde der Kommunalwahlen am 28. Juni stattfindet.

Eine konkrete Marschlinie der Regierung für die kommenden Monate soll im Juli bekannt gegeben werden.