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Neue Initiative unterstützt Künstler lokal und international

Die Corona-Krise hat Kunstschaffende an den Rand ihrer Existenz getrieben. Um betroffenen Künstlern unter die Arme zu greifen, haben drei Kunst-Kennerinnen an der Côte d’Azur kürzlich das Projekt #MonArtisteEtMoi ins Leben gerufen. Das Ziel ist es, Künstlern und Sponsoren zu ermöglichen, ein Jahr lang eine erfolgreiche Symbiose einzugehen.

Jean-Simon Raclot; 'MonArtisteEtMoi; KunstBei der Initiative #MonArtisteEtMoi handelt es sich um eine neue Form des Mäzenatentums, das Künstlern beim Stemmen der Kosten des alltäglichen Lebens helfen soll, damit sich diese ganz und gar auf ihre Kunst konzentrieren können. Im Gegenzug haben Sponsoren die Möglichkeit, in die Welt des gesponserten Künstlers einzutauchen.

Hinter der Initiative stecken drei fest in der Kunstszene der Côte d’Azur verwurzelte Frauen: die Österreicherin Marie-Theres Michel, die Kunst-Events organisiert (www.lavisite.eu), Véronique de Lavenne (Galerie "Moving Art") und Hélène Fincker, die unter anderem den jungen Künstlern offen stehenden Ausstellungsort Villa Cameline in Nizza betreibt.

Genau dort haben die Drei von #MonArtisteEtMoi nun zum Auftakt der Initiative eine Ausstellung mit einem facettenreichen Angebot an zeitgenössischen Kunstwerken organisiert. Die an dem Projekt beteiligten Künstler erlauben es dem Betrachter, anhand der ausgestellten Exponate einen Blick in ihre Lebenswelt zu werfen.

#MonArtisteEtMoi, Villa Cameline, Hélène Fincker, Marie-Theres Michel, Véronique de Lavenne

Ein durch Siebdruck entstandenes Werk der österreichischen Künstlerin Martina Stock hebt diesen Aspekt der Kunst deutlich hervor. Ihr Kunstwerk vereinigt ihre zwei Leidenschaften, den Siebdruck und die Musik. „Meine Ausstellungen eröffne ich normalerweise durch selbstkomponierte Musik und im Dunkeln“, erklärt die Künstlerin und Harfenistin am Rande der Vernissage. Der Fokus liegt hierbei auf ihrer beleuchteten Harfe, denn „die Musik erzählt die Geschichte zu den ausgestellten Werken“. Martina Stock zählt zu den Glücklichen, die bereits einen Mäzen aus dem dicht geflochtenen Netzwerk der drei Kunstliebhaberinnen gefunden haben.

Der ebenfalls in Nizza vertretene Künstler Jean-Simon Raclot wiederum schafft es, auf einzigartige Weise Landschaften in Szene zu setzen und die Fantasie des Betrachters anzuregen. Raclots Spezialität: Er mischt seine Farben nach alten Rezepten selber.

Solche Details ermöglichen es, den Künstler und seine Kunst besser zu verstehen. „Es geht nicht vordergründig darum, Kunst zu verkaufen, sondern den Künstler auch auf menschlicher Ebene kennenzulernen“, so Marie-Theres Michel über das Projekt. „Man wird nicht zum Mäzen geboren, sondern kann sich dazu entwickeln“, so das Credo der Initiatorinnen.

Martina Stock, Kunst,#MonArtisteEtMoiTeil des Projektes #MonArtisteEtMoi sind viele weitere Künstler aus dem französischen und deutschsprachigen Raum, die Tiefgang bieten und durch Kontraste neue Dimensionen schaffen. Der nächste Schritt des Projektes, so Marie-Theres Michel, bestehe darin, potentielle Mäzene zu finden und anzusprechen, um noch mehr Künstler in ihrem Schaffen zu unterstützen.

Die aktuelle kleine Ausstellung ist noch bis zum 10. Juli in der Villa Cameline, 43 Avenue Monplaisir, in Nizza zu sehen. Um vorige Anmeldung wird gebeten bei Véronique de Lavenne, Tel. +33 (0)6 88 09 93 62.

Elwira Otto