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Packendes Finale im Atlantik: Boris Herrmann weiter auf Kurs

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Mit nur noch knapp über 1000 Kilometer bis zum Zielort Les Sables d’Olonne und über 50.000 Kilometer im Kielwasser gibt es ein in der Geschichte der Regatta „Vendée Globe“ noch nie dagewesenes Finale: Die Spitzengruppe besteht nach 75 Tagen im härtesten Einhandsegelwettbewerb des Segelsports aus sieben Teilnehmern, die nur rund 280 Seemeilen voneinander trennen. Am Mittwoch werden die Ersten an der Atlantikküste erwartet.

Das Spitzentrio mit den beiden Franzosen Louis Burton, Charlie Davin und dem Deutschen Boris Herrmann liegt nur knapp 40 Meilen auseinander. Es sind draußen auf dem Atlantik Starkwindtage, und über den Sieg entscheiden wird auch, ob alle Segelmanöver gelingen, ein technisches Problem auftritt oder – und das wäre der Super-Gau – eine Kollision mit einem herrenlosen Container zum Abbruch führen muss.

Von Samstag auf Sonntag erzielte Boris Hermann mit seinem Schiff Seaexplorer (Yacht Club de Monaco) die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit innerhalb von 24 Stunden und verzeichnete damit auch den größten Streckengewinn.

Nun wird sich zeigen, wer die klügste Taktik anwendet. Favorit ist derzeit der erfahrene Charlie Dalin, aber Boris Herrmann ist in der taktisch komfortableren Situation, dass er sich in das Kielwasser des Führenden hängt und ihm folgt. Dies alles ist schon spannend, aber eine weitere Besonderheit ist zu beachten: Drei Teilnehmer der Vendée Globe verfügen aufgrund einer Rettungsaktion zugunsten von Kevin Escoffier über Zeitgutschriften, und zu dieser Gruppe gehört auch Boris Herrmann mit einer Gutschrift von sechs Stunden, die noch nicht abgezogen wurde. Nicht zu unterschätzen ist der mit einem Zeitpolster von gut 10 Stunden ausgestattete Yannick Bestaven, aktuell auf Platz 5, der die Regatta lange Zeit anführte und zeitweise wie der sichere Sieger aussah, ehe er vor der brasilianischen Küste in ein Flautenloch geriet.

Ein Podiumsplatz scheint Boris Hermann sicher, einem Segler, der auf einem gut einen Meter tiefen See im Norden Deutschlands (Zwischenahner Meer) das Segeln lernte. Segelfans aus aller Welt verfolgen mit großem Enthusiasmus das Finish und viele würden gerne am kommenden Mittwoch am Zielort in Westfrankreich dabei sein.

Hermann Geerken

 

Verfolgen Sie das Rennen live:
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https://team-malizia.com