Haupt-Reiter

Sammler schenkt Museum Werke eines Marseiller Karikaturisten

KUNST

Das Münchener Sammlerehepaar Brigitte und Walter Kames hat dem Picasso-Museum im westfälischen Münster über 300 Grafiken des französischen Malers, Bildhauers und Grafikers Honoré Daumier (1808-1879) geschenkt. Nach Angaben des Museumsleiters Professor Markus Müller stammen die Werke aus den Jahren 1832 bis 1869. Hinzu kommen 69 Karikaturen von Zeitgenossen des Künstlers aus Marseille.

„Daumier ist ohne Zweifel der humorvollste Chronist des modernen Massenzeitalters“, wertet Müller. Seine spöttische Bildsprache ist zeitlos. Daumier beschreibe überzeitliche, menschliche Schwächen, die heute ebenso verbreitet sind wie im 19. Jahrhundert. Gleichzeitig sei er ein begnadeter Zeichner gewesen, den man oft als „Michelangelo der Karikatur“ gerühmt habe. Picasso und viele andere Künstler der Moderne verehrten ihn tief. Einen Teil der neuen Sammlung präsentiert das Picasso-Museum ab Februar 2019 erstmals in einer eigenen Studioausstellung.

Der Sammler und ehemalige Bankier Walter Kames beschreibt sein Verhältnis zu Daumier als "Liebe auf den ersten Blick": Als Schüler sei er auf dem Weg zu seiner Praktikumsstelle täglich an einem Düsseldorfer Antiquariat vorbeigekommen, in dessen Schaufenster Daumier-Lithografien hingen. Sie wurden der Grundstein seiner Sammlung, die er anschließend über Jahrzehnte hinweg vervollständigte. Das Thema seiner ersten Daumier-Grafik war Kames vertraut: Die bissige Karikatur eines eifrigen Börsianers.

Den Großteil seiner Kollektion schenkte das Ehepaar Kames bereits 2011 der Staatlichen Graphischen Sammlung München. Bei den Arbeiten, die das Sammlerehepaar dem Picasso-Museum Münster vermachte, handelt es sich laut Müller um besonders seltene und kostbare Werke des legendären Karikaturisten in einem sechsstelligen Gesamtwert.

R.Liffers