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Streik: Öffentliche Verkehrsmittel stehen heute wieder still

CÔTE D’AZUR

Der Rentenstreik dauert an und in diesem Zuge stehen am heutigen Donnerstag, 20. Februar, zahlreiche öffentliche Verkehrsmittel in der Région Sud (Provence-Alpes-Côte-d’Azur) still. In Nizza fährt keine Straßenbahn, dafür ist das Parken in den Straßen dort heute erneut kostenlos!

Zwar sollen laut Ankündigungen im Durchschnitt 80 Prozent der Verkehrsmittel unbeeinträchtigt sein, in Marseille-Nord beispielsweise sind es allerdings nur 50 Prozent, in Nizza fährt keine Straßenbahn und die Linien von Envibus im Bereich Sophia-Antipolis machen komplett blau.

Seit dem 5. Dezember wehren sich hauptsächlich Eisenbahner und Juristen gegen die Rentenreform, die Macron bereits in seiner Wahlkampagne angekündigt hatte. Das jetzige Rentensystem ist in 42 Rentenklassen mit jeweils eigenen Regeln unterteilt. So wird beispielsweise die Rente für privat Beschäftigte aus ihrem Gehaltsdurchschnitt der vergangenen 25 Jahre ermittelt, während die Rente der Angestellten im öffentlichen Dienst stets 75 Prozent ihres letzten Gehaltes beträgt.

Nun soll das Rentensystem Frankreichs vereinheitlicht und dank eines ähnlich wie in Deutschland funktionierenden Punktesystems gerechter gestaltet werden. Des Weiteren soll eine Mindestrente von 1000 Euro eingeführt werden. Durch die langen Übergangszeiten wären hiervon nur Personen, die heute jünger als 44 Jahre sind, betroffen.

Der bisherige Hauptstreitpunkt war das Anheben der Altersgrenze für den Erhalt voller Bezüge auf 64 Jahre. Dieser wurde bereits von der Regierung zum Gefallen der CFDT gestrichen, nun will die Gewerkschaft verhandeln. Die CGT allerdings protestiert weiter.

Der lange Streik hinterlässt Spuren. Nicht nur die Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel leiden darunter, sondern auch die Wirtschaft, vor allem der Hotel-, Gastronomie- und Kultursektor sowie die Textilbranche und der Einzelhandel. Jobs sind in Gefahr, der Tourismus schwächelt und laut Prognosen soll das Wirtschaftswachstum in Frankreich durch die Auswirkungen des Streiks um 0,1 Prozent sinken.

All die Opfer würden sich dennoch lohnen, behauptet die CGT.

KR