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Terrorverdacht: Drei Tote bei Messerangriff in Nizza

CÔTE D’AZUR

Drei Menschen sind am heutigen Donnerstagvormittag in Nizza bei einem mutmaßlich islamistisch motivierten Attentat erstochen worden. Der Täter ist wenige Minuten nach der Tat gefasst worden. Das Viertel rund um die Basilika Notre-Dame im Herzen Nizzas wurde abgeriegelt.

Was bislang klar ist: Um kurz vor neun am heutigen Donnerstag soll der Täter in Nizza in die an der großen Einkaufsstraße Jean Médecin gelegene Kirche Notre-Dame eingedrungen sein und dort eine Frau enthauptet und einen weiteren Mann erstochen haben. Eine dritte mit dem Messer angegriffene Frau, die sich zunächst in eine Bar hatte schleppen können, ist wenig später ihren Verletzungen erlegen. Unter den Opfern soll sich der Hausmeister der Kirche befinden. Es ist die Rede von sechs weiteren Verletzten.

Wie Bürgermeister Christian Estrosi gegenüber der Presse sagte, soll der mutmaßliche Täter etwa zehn Minuten nach der Tat von der Polizei angeschossen und schwer verletzt worden sein. Auf dem Weg ins Krankenhaus habe er mehrfach “Allahu akbar” gerufen. Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt. Heute gegen Mittag ist die Rede von einem möglichen Komplizen, der noch auf der Flucht sei. Er werde im Viertel rund um die Kirche gesucht.

Christian Estrosi sprach von “Islamo-Faschismus”, den es zu zerschlagen gelte.

Bürgermeister aus den Nachbarstädten haben Christian Estrosi und den Bürgern Nizzas bereits ihr Beileid ausgedrückt. David Lisnard (Cannes) sagte unter anderem: “Ein weiterer entsetzlicher und abscheulicher islamistischer Anschlag. In einer Kirche, in Nizza. Natürlich empfinde ich Angst und Emotionen, aber genau das ist es, was die Terroristen wollen. Es gilt daher, mit Entschlossenheit diese Geißel auszurotten.” Er ließ die Flaggen in der Stadt auf Halbmast setzen.
Jérôme Viaud (Grasse) twitterte umgehend: “Grasse schließt sich dem Schmerz der Nizzarder an. Ich versichere ihnen meine von Herzen kommende Solidarität. Gedanken gehen an die drei Opfer (...) und ihre Familien.”

Staatspräsident Emmanuel Macron wird im Laufe des Tages in Nizza erwartet. Frankreichweit wurde erneut die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.

Vor vier Jahren, am 14. Juli 2016, war Nizza zuletzt schwer von einem terroristischen Attentat getroffen worden. Damals hatte ein Lkw-Fahrer an der Promenade des Anglais zahlreiche Menschen überrollt, 86 von ihnen starben.

Die heutige Tat ereignete sich im Kontext eines religiös aufgeheizten Klimas. Erst vor zwei Wochen war in Paris ein Lehrer in einem islamistisch motivierten Akt enthauptet worden. Der Lehrer hatte im Unterricht über das Satiremagazin Charlie Hebdo gesprochen, das vor einigen Jahren und jüngst erneut Mohammed-Karikaturen veröffentlicht hatte und deshalb selbst Ziel eines blutigen Anschlags wurde.