Haupt-Reiter

Weniger Verkäufe, stabile Preise: schwankender Immobilienmarkt

IMMOBILIEN

Auch am lokalen Immobilienmarkt ist die Corona-Krise nicht spurlos vorbeigegangen: Im ersten Halbjahr 2020 wurden im Departement Alpes-Maritimes fast 20 Prozent weniger Bestandsimmobilien verkauft als im Vorjahreszeitraum. Die Preise wiederum blieben sowohl bei Bestandsimmobilien als auch bei Neubauten relativ stabil. Die Branche schwankt zwischen Hoffnung und Sorgen.

Neubauten
Nur rund 900 neu gebaute Wohnungen oder Häuser sind im ersten Halbjahr 2020 in den Alpes-Maritimes frisch auf den Markt gekommen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 1462 Neubauten (minus 37 Prozent). Auch die Verkäufe brachen ein, allerding nur um 15 Prozent: Tatsächlich wurden mehr als doppelt so viele Häuser und Wohnungen verkauft (1820) wie auf den Markt gekommen waren. Entsprechend sinkt die Zahl der zum Verkauf stehenden Neubauten um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Gezahlt wurden auf dem freien Markt im Schnitt 5664 Euro pro Quadratmeter. Das sind 1,7 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2019.

 

Bestandsimmobilien
Das Jahr 2020 begann am Bestandsimmobilien-Markt recht dynamisch. Dann kam Corona, und in Summe liegen die Verkaufszahlen im ersten Halbjahr 2020 um 18 Prozent niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres: 6153 verkaufte Häuser und Wohnungen in den ersten sechs Monaten in 2020 gegen 7521 in 2019.
Im Mai und Juni zog der Markt jedoch wieder an, und die Fachleute erwarten insgesamt ein gutes Jahr, auch wenn die Ergebnisse nicht auf dem Niveau von 2019 liegen werden, das als Ausnahmejahr gilt. Die Preise sind im betrachteten Zeitraum um 5 Prozent gestiegen auf einen Durchschnitt von 4214 Euro pro Quadratmeter (1. Halbjahr 2019: 4020 Euro/qm).
Interessant beim Blick auf die Verkäufe: Am besten verkauften sich 2020 hochpreisige Immobilien mit einem Quadratmeterpreis über 5000 Euro, während die Verkäufe im günstigen Sektor (unter 3000 Euro) am stärksten zurückgingen. Die aktuelle Krise trifft wieder einmal die Schwächsten am stärksten.

Ausblick
Auch wenn die Anpassungsfähigkeit der Unternehmen in dieser komplizierten Zeit und das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Digitalisierung des Immobiliensektors gegeben seien, wie Jean-Marie Ebel, der Präsident des Observatoire Immobilier d’Habitat feststellt, bleibe die Branche für die kommenden Monate sehr besorgt: Die schlechten Zahlen aus dem Frühjahr werden schwer aufzuholen sein, zumal die Abstands- und Hygienemaßnahmen restriktiv bleiben. Gleichzeitig wird der Verlust an Haushaltseinkommen - und die wahrscheinliche Verschärfung der Bedingungen für die Vergabe von Krediten - sicherlich die Kaufkraft derer, die eine Immobilie kaufen wollen, belasten.