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Die Tigermücken machen ernst

In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Berichte über die Gefahr der eingewanderten Tigermücken in Südfrankreich. Die Insekten gelten als besonders aggressive Blutsauger, vor allem aber können sie Krankheiten wie das Dengue-Fieber oder das Chikungunya-Fieber übertragen. Zum ersten Mal muss die Präfektur der Alpes-Maritimes nun eine Dengue-Infektion verkünden, die augenscheinlich von den Mücken vor Ort übertragen - und nicht aus dem Urlaub eingeschleppt wurde.
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Über 20 Dengue-Verdachtsfälle wurden im Sommer bereits im Departement Alpes-Maritimes gemeldet. Doch immer wurde das Virus von Reisenden importiert, zum Beispiel von den Antillen. Da die Ansteckungsgefahr von Mensch zu Mensch gleich null ist, gaben diese Fälle noch keinen großen Grund zur Besorgnis. Der jetzige Fall zeigt aber, dass auch die eingewanderten Insekten das Virus tragen können und damit eine Gefahr darstellen.

Der Patient aus Nizza, über den nichts Genaueres bekannt wurde, sei aber bereits genesen und guter Gesundheit. Die Inkubationszeit des Virus beträgt in der Regel zwischen 3 und 7 Tagen. Dengue äußert sich häufig mit unspezifischen Symptomen oder solchen, die einer schweren Grippe ähneln und können innere Blutungen umfassen. Bei einem schweren Krankheitsverlauf kann ein sogenanntes Dengue Hämorrhagisches Fieber (DHF) oder ein Dengue shock syndrome (DSS) auftreten, die beide zum Tode führen können. Weltweit sterben laut Weltgesundheitsbehörde WHO jährlich geschätzt 22.000 Menschen an Denguefieber; die meisten der Todesopfer sind Kinder.

Das Risiko einer Epidemie sei laut Präfektur sehr gering, müsse aber in Betracht gezogen werden. Der Staat will nun Maßnahmen ergreifen, um gegen die Blutsauger vorzugehen. An den Wohnorten der bisher Infizierten wurde großflächig ein Insektizid versprüht. Der beste Weg sich gegen die Tigermücke zu schützen, ist, stehende Gewässer zu vermeiden und in Haus und Garten zu beseitigen. So findet das Insekt keine Brutstätten. Besonders tückisch: Schon die Larven können das Virus der vorherigen Generation in sich tragen. Außerdem sollte man sich vor Mückenstichen schützen. Die Tigermücke ist im Gegensatz zu ihren europäischen Kollegen nicht spezifisch nachtaktiv und kann immer stechen.