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Friedensstiftendes Virus: „Brangelina“ behalten ihr Weingut im Var

MENSCHEN

Angelina Jolie und Brad Pitt wollen ihr offenbar florierendes südfranzösisches Weingut "Château Miraval" in Le Val bei Correns (Departement Var) nach eigenen Angaben nun doch behalten. Nach ihrer Trennung hatten sie das traumhafte Anwesen zunächst verkaufen wollen. Doch scheinen sich die Hollywoodstars nach ihrem Rosenkrieg wieder näher gekommen zu sein. Ausgerechnet das Coronavirus soll dabei eine friedensstiftende Rolle gespielt haben. Zurzeit sind die beiden auf höchst unterschiedliche Weise covidmäßig unterwegs.

Die Schauspielerin gab in einem Offenen Brief an die New York Times zum Besten, erst jetzt, in der Corona-Pandemie, erschließe sich ihr in voller Wucht, wie sehr ihre vor etlichen Jahren gestorbene Mutter Marcheline Bertrand unter Einsamkeit gelitten haben müsse. In diesem Jahr müsse ein solcher Verlust wegen des Coronavirus besonders schmerzlich sein, weil sich wegen des Kontaktverbots so viele Menschen nicht persönlich um ein sterbendes Elternteil kümmern dürfen.

Brad Pitt erhielt viel Beifall für eine Corona-Parodie, in der er Anthony Fauci persiflierte. Der Experte für Virus-Erkrankungen ist seit Wochen im Fernsehen zu sehen, wenn US-Präsident Trump im Weißen Haus zur Presse spricht. Immer wieder hat Fauci dabei versucht, Falschinformationen zu korrigieren, die von Trump in Umlauf gebracht wurden.

In einem Interview scherzte Fauci einer Reporterin gegenüber, vielleicht werde er bald in der Comedy-Sendung "Saturday Night Live" nachgemacht werden. Und Pitt sei derjenige, der das sicher am besten könne. Nun wurde sein Wunsch Wirklichkeit: Die Macher der Sendung präsentierten eine Virus-Parodie mit Pitt als Faucis Double in der Hauptrolle.

Jolies Mutter war 2007 im Alter von 56 Jahren an Krebs gestorben. "Die Liebe und die warme, weiche Umarmung einer Mutter zu verlieren, ist, als ob jemand eine schützende Decke wegreißt", schrieb sie. Wenn sie auf diese Zeit zurückblicke, könne sie erkennen, wie sehr der Tod ihrer Mutter sie verändert habe, die übrigens ebenfalls Schauspielerin war.

Zur Erinnerung habe sie sich ein kleines Zeichen auf die Hand tätowieren lassen. Es sehe aus wie der Buchstabe "M". Tatsächlich aber handele es sich um ein "W". Dieses stehe für "Winter", ein Lied der Rolling Stones. "Es war wirklich ein kalter, kalter Winter", habe ihre Mutter ihr vorgesungen und dann gesagt: "Ich möchte meinen Mantel um dich wickeln." Anschließend habe sie ihre Tochter in eine Decke gewickelt und eingekuschelt.

Schon früher hatte Jolie erzählt, wie sehr sie ihre Mutter vermisse. "Oft spreche ich in meinen Gedanken zu ihr und versuche, mir vorzustellen, was sie sagen und wie sich mich anleiten würde", erklärte sie der Zeitschrift "Elle". Vor allem für ihre sechs Kinder bedaure sie den frühen Tod ihrer Mutter. "Sie wäre eine tolle Großmutter gewesen."

Die heute 44-jährige Angelina, die mit Filmen wie "Lara Croft: Tomb Raider", "Mr. & Mrs. Smith" und "Maleficent – Die dunkle Fee" berühmt wurde, hat drei adoptierte und drei leibliche Kinder mit Pitt.

2013 hatte sie sich für eine beidseitige Brustamputation entschieden, weil sie ein hohes erbliches Gesundheitsrisiko in sich trug, wie ihre Mutter an Brustkrebs zu erkranken.

Tröstende Worte in der Coronakrise fand Jolie für alle überforderten Eltern und riet zu "weniger Perfektion und mehr Ehrlichkeit".

Kriegsbeil begraben?

Unterdessen berichten verschiedene Medien, dass Jolie und Pitt im Zuge der Coronakrise ihr Kriegsbeil endgültig begraben und sich insbesondere für ihre Kinder zusammenraufen wollten. Nach der überraschenden Trennung 2016 folgten zunächst ein erbitterter Rosenkrieg sowie Schlagzeilen über Brad Pitts Alkoholsucht und seinen Kampf dagegen. Besonders Angelina soll Pitts Bemühungen, die Kinder so oft wie möglich zu sehen, anfänglich erschwert haben.

Das einst so glamouröse Paar ist seit dem vorigen Jahr geschieden. Die Sorgerechtsfrage für Maddox, 18, Pax, 16, Zahara, 15, Shiloh, 13, Knox und Vivienne, beide 11, war lange ungeklärt. Nun scheinen Pitt und Jolie wieder enger zusammen gerückt zu sein.

„Brangelina“ war lange Zeit eines der Traumpaare Hollywoods. Beide verbrachten mit ihren sechs Kindern viel Zeit in der Provence. Das „Château Miraval“ wurde ihre Residenz, die sie nach drei Jahren Miete im Jahr 2011 schließlich für einen zweistelligen Millionenbetrag erwarben und weitere Millionen in den Ausbau investierten. Es gibt einen Kinosaal, zwei Swimmingpools, 30 Schlafzimmer, mehrere Fitnessräume, ein Spa und ein hochwertiges Tonstudio, in dem schon Stars wie AC/DC, Sting, Pink Floyd oder die Cranberries Songs aufnahmen.

Die Domäne war auch der Ort, an dem sich die beiden Weltstars das Ja-Wort gaben. Es stammt aus dem 13. Jahrhundert, liegt inmitten von 400 Hektar großen Pinien- und Olivenhainen, einem Wald, einem privaten See und 50 Hektar Weinbergen. Dort produziert "Brangelina" zusammen mit der renommierten Winzerfamilie Perrin Bio-Wein, der bei etablierten Weinhändlern und in Nobelrestaurants überaus gefragt ist. Am bekanntesten ist der "Miraval Rosé", der 2012 auf den Markt kam. Das Unternehmen, das zu jeweils 50 Prozent „Brangelina“ und den Perrins gehört, füllt aber auch Weiß- und Rotweine ab.

Weil es zur Scheidungsmasse gehört, sollte das Weingut zunächst verkauft werden. Unterdessen jedoch hat man sich eines anderen besonnen.

R. Liffers